Beim Auspacken fällt zunächst der erfreulich vollständige Lieferumfang auf. Neben dem Headset liegen ein USB-Nanoempfänger für die Funkverbindung, ein Trrs-Kabel für den analogen Betrieb, ein Y-Adapter sowie ein USB-Kabel zum Aufladen bei. Dadurch bist Du nicht vollständig auf den Funkbetrieb angewiesen. Am PC und an der PlayStation 5 funktioniert die drahtlose Verbindung über den 2,4-GHz-Empfänger, während sich Xbox-Konsolen und weitere Geräte über den analogen Anschluss einbinden lassen.
Unaufgeregtes Design mit angenehmem Tragekomfort
Optisch hält sich das Sharkoon SGH40W angenehm zurück. Matte Kunststoffoberflächen, dezentes Branding und der Verzicht auf eine auffällige Beleuchtung sorgen dafür, dass das Headset nicht nur an einem Gaming-PC, sondern ebenso im Homeoffice eine gute Figur macht. Die Verarbeitung hinterließ bei unserem Exemplar einen ordentlichen Eindruck. Übergänge und Gelenke wirkten sauber, die Größenverstellung rastete zuverlässig ein und störende Geräusche beim Bewegen der Ohrmuscheln blieben aus.Mit einem Gewicht von 319 Gramm gehört das Headset nicht zu den ausgesprochen leichten Vertretern seiner Klasse. Durch das breit gepolsterte Kopfband verteilt sich das Gewicht jedoch vernünftig. Besonders gelungen sind die Ohrpolster: Auf der Kontaktfläche kommt atmungsaktiver Stoff zum Einsatz, während die Außenseiten mit Kunstleder eingefasst sind. Dadurch entsteht eine brauchbare Abdichtung, ohne dass sich unter den Polstern bereits nach kurzer Zeit übermäßig viel Wärme staut. Auch bei längeren Spieleabenden blieb der Tragekomfort in unserem Test ordentlich. Auf sehr großen Köpfen kann der Anpressdruck allerdings etwas deutlicher spürbar werden.
Kräftiger Gaming-Sound statt neutraler Abstimmung
Die beiden 53-Millimeter-Treiber decken laut Hersteller einen Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hertz ab. Klanglich verfolgt das Sharkoon SGH40W eine typische, aber nicht übertriebene Gaming-Abstimmung. Der Bass besitzt spürbaren Druck und verleiht Explosionen, Motorengeräuschen und wuchtigen Soundeffekten das gewünschte Gewicht. Er drängt sich dabei nicht permanent in den Vordergrund und überdeckt wichtige Details nur selten.Die Mitten werden vergleichsweise präsent dargestellt. Stimmen sind dadurch sehr gut verständlich, während Schritte, Nachladegeräusche und andere spielerisch relevante Hinweise klar aus dem Geschehen hervortreten. In Shootern konnten wir Richtungen zuverlässig erfassen, auch wenn die virtuelle Bühne nicht sonderlich weit oder spektakulär wirkt. Das Headset setzt eher auf eine stabile Ortung als auf eine künstlich aufgeblasene Räumlichkeit.
Die Höhen fallen etwas zurückhaltender aus. Das macht längere Sitzungen angenehm, weil Schüsse, metallische Effekte und Zischlaute nicht übermäßig scharf werden. Gleichzeitig fehlt es Musik gelegentlich an Luftigkeit und feinsten Details. Elektronische Stücke, Pop, Hip-Hop und druckvoll produzierter Rock passen gut zur Abstimmung. Bei akustischer Musik oder komplexen orchestralen Aufnahmen wird hingegen hörbar, dass Neutralität und analytische Auflösung nicht im Mittelpunkt stehen. Angesichts der Preisklasse ist das völlig vertretbar, als Ersatz für einen anspruchsvollen Hi-Fi-Kopfhörer versteht sich das SGH40W ohnehin nicht.
Stabile Funkverbindung ohne Bluetooth-Umweg
Die 2,4-GHz-Verbindung funktionierte in unserem Test schnell und stabil. Nach dem Einstecken des Empfängers war keine aufwendige Einrichtung notwendig. Bewegungen durch das Zimmer führten innerhalb der angegebenen Reichweite von bis zu zehn Metern nicht sofort zu hörbaren Aussetzern, wobei Wände und andere Funkgeräte das Ergebnis naturgemäß beeinflussen können. Eine störende Verzögerung zwischen Bild und Ton fiel uns beim Spielen nicht auf.Bluetooth unterstützt das Headset nicht. Das schränkt die bequeme Nutzung mit Smartphones und Tablets ein, vermeidet beim Spielen aber die typischen Latenzprobleme einer Bluetooth-Verbindung. Über das beiliegende Trrs-Kabel bleiben entsprechende Geräte dennoch nutzbar. Weniger elegant ist die automatische Abschaltung: Nach einer Ruhephase muss der Einschalter mehrere Sekunden gehalten werden, anschließend benötigt die Funkverbindung noch einen kurzen Moment. Im Alltag kann dieser eigentlich kleine Vorgang überraschend lästig werden.
Die Bedienung konzentriert sich vollständig auf die linke Ohrmuschel. Dort sitzen der Einschalter, eine separate Mikrofon-Stummschaltung, die Anschlüsse und ein gerastertes Lautstärkerad. Nach kurzer Eingewöhnung lassen sich alle wichtigen Funktionen blind erreichen. Das klassische Drehrad gefiel uns besser als mehrfach belegte Lautstärketasten, weil sich der Pegel damit schnell und fein anpassen lässt.
Gute Sprachverständlichkeit für Chat und Homeoffice
Das abnehmbare Mikrofon sitzt an einem flexiblen Arm und lässt sich nah genug vor dem Mund positionieren. Stimmen wurden in unseren Aufnahmen klar und gut verständlich übertragen. Tiefe Frequenzen und höchste Details werden deutlich beschnitten, weshalb die Stimme etwas schlanker und weniger natürlich klingt. Für Discord, Teamchat und Videokonferenzen ist das Ergebnis dennoch absolut brauchbar. Die Geräuschunterdrückung hält gleichmäßige Hintergrundgeräusche einigermaßen im Zaum, kann ein separates Streaming-Mikrofon aber erwartungsgemäß nicht ersetzen.Der integrierte Akku besitzt eine Kapazität von 1.500 mAh und soll ungefähr 35 Stunden durchhalten. Im Test mussten wir das Headset über mehrere Tage hinweg nicht ständig an das Ladekabel hängen, sodass die Herstellerangabe bei normaler Lautstärke realistisch erscheint. Aufgeladen wird über USB-C. Während des Ladevorgangs kannst Du bei Bedarf auf die analoge Verbindung ausweichen.



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