Die Antwort: Ja – aber mit einem ausgewogenen Mix aus Altbekanntem und kleinen Überraschungen. Giants & Monsters klingt nicht radikal neu, aber kraftvoller und fokussierter als viele Vorgänger. Es ist keine Revolution, aber eine stilvolle Bestätigung: Helloween sind noch lange nicht müde.
Drei Stimmen, eine Einheit
Ein zentraler Erfolg dieses Albums liegt in der Balance zwischen Andi Deris, Michael Kiske und Kai Hansen. Statt Konkurrenzausflügen wirkt das Gesangsarrangement diesmal nahtloser – harmonisch, ausgewogen, flexibel. Die drei Stimmen wechseln, ergänzen und tragen gemeinsam das Klangbild, ohne dass man das Gefühl bekommt, drei Soloprojekte hören zu müssen.Instrumental gibt es nichts zu meckern: Dichte Harmonien, kraftvolle Drums von Dani Löble und ein Bass, der nicht nur füllt, sondern geführt klingt. Die Produktion ist klar und druckvoll, ohne dabei steril zu wirken.
Zwischen Hymne und Abwechslung
Die Trackliste bietet ein breites Spektrum: Der Opener “Giants On The Run” startet episch, schnell und mit majestätischem Flair. Mit „Savior Of The World“ und „We Can Be Gods“ bieten sie klassische Power‑Metal-Hymnen – schnell, mitreißend, eingängig.Doch Helloween scheuen sich nicht vor braveren Momenten: „A Little Is A Little Too Much“ geht Richtung mehr radiotauglicher Hard‑Rock, „Into The Sun“ ist eine gefühlvolle Ballade, in der Kiske und Deris sich Stimmen zuwerfen. Solche Momente bringen Leichtigkeit, auch wenn sie nicht unbedingt Tiefschlag‑Qualität erreichen.
Songs wie „This Is Tokyo“ stechen heraus, weil sie kantig, markant und mutig anders sind – ein Reflex auf Deris’ Verbindung zu Japan. Und mit „Majestic“ liefern sie zum Schluss eine epische Schlusspointe, mit orchestralen Bezügen, vokalen Wechseln und einem Gefühl von Größe, das sich aufbaut und trägt.
Stärken & kleine Makel
Was Giants & Monsters besonders macht: Es glänzt durch starke Songs, seltene Ausfälle und eine Band, die sich nicht selbst kopiert. Jeder Track trägt seinen eigenen Charakter, ohne sich im Albumgefüge zu verlieren. Die Vielseitigkeit ist ein Plus, und die Musiker agieren auf hohem Niveau.Als Makel lässt sich anführen: Einige weniger mutige Stücke könnten in der Menge verblassen. „A Little Is A Little Too Much“ wirkt zwar charmant, aber eben auch etwas zu konventionell. Und man würdigt Helloweens Kunst gerade deshalb weniger für neue Pfade als für meisterhafte Ausführung bekannter Muster. Der Klang ist modern, aber nicht provozierend avantgardistisch – und das sollte auch niemand zwingend erwarten.
Tracklist
- Giants On The Run
- Savior Of The World
- A Little Is A Little Too Much
- We Can Be Gods
- Into The Sun
- This Is Tokyo
- Universe (Gravity For Hearts)
- Hand Of God
- Under The Moonlight
- Majestic



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