In Imax entfaltet der Film sein volles Potenzial. Viele Zuschauer berichten, die Immersion sei dort so stark, dass der Film im Nachhinein besser wirkt, als er objektiv ist. Und das trifft es gut: Tron: Ares ist ein Erlebnis – aber eben kein perfektes.
Eine Geschichte, die nicht mitwächst
Während sich die visuellen Elemente weiterentwickelt haben, ist das Drehbuch überraschend simpel geblieben. Der Plot wirkt wie ein grob skizzierter Rahmen, der nur dafür existiert, die nächsten Schauwerte unterzubringen. Figuren erhalten kaum Tiefe, Motivationen sind knapp umrissen, und emotionale Konflikte wirken stellenweise wie Platzhalter. Einige Dialoge sind funktional, aber selten inspirierend. Die Tron-Reihe war nie für literarische Höchstleistungen bekannt, doch Legacy schaffte zumindest eine gewisse emotionale Resonanz – genau diese fehlt Ares.Jared Leto überrascht positiv und liefert eine der kontrolliertesten Performances seiner jüngeren Karriere. Dennoch bleibt seine Figur seltsam distanziert. Auch Jeff Bridges’ Auftritte tragen mehr nostalgischen als erzählerischen Wert. Die neuen Charaktere bringen Energie, aber kaum wirkliche Bedeutung, und sie bekommen nicht die Zeit, die nötig wäre, um sich zu etablieren.
Ein Franchise zwischen Nostalgie und Neuorientierung
Tron: Ares ist vollgestopft mit Referenzen an das Original von 1982 und an Tron: Legacy. Einige davon sind charmant, andere wirken eher wie Rückversicherungsgesten an das Fandom. Gleichzeitig versucht der Film, die Reihe in eine neue Richtung zu führen, ohne wirklich klarzumachen, wo diese Reise hinführen soll. Das Ergebnis ist eine hybride Erzählung, die vieles andeutet, aber wenig konsequent verfolgt. Besonders Fans der philosophischeren Themen – Identität, Bewusstsein, Freiheit im digitalen Raum – dürften sich mehr Tiefe wünschen.Dennoch gelingt es dem Film, ein Gefühl zu vermitteln, das sich durch alle Tron-Filme zieht: das Staunen. Ares versteht, wie man die Welt der Grid inszeniert. Selbst wenn die Geschichte schwächelt, bleibt die digitale Leinwand faszinierend.
Wenn Spektakel das Kernproblem überdeckt
Tron: Ares ist zweifellos beeindruckend, doch seine visuelle Größe übertüncht einen Kern, der erzählerisch schlicht bleibt. Die Tron-Reihe hat sich schon immer damit schwergetan, einen perfekt ausbalancierten Mix aus Spektakel und Substanz zu finden. Auch Ares schafft diese Balance nicht ganz. Trotzdem, und das ist wichtig: Der Film ist nie langweilig. Er ist unterhaltsam, energetisch, und manchmal hypnotisch. Er liefert aufregende Action, atmosphärische Räume und ein audiovisuelles Kraftpaket, das seinesgleichen sucht.Doch nach dem Abspann bleibt nicht viel haften – und genau das verhindert eine höhere Wertung.



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