Luster - Das zweite Ich Review

Ein Antiquitätenhändler im Krieg mit seiner eigenen Persönlichkeit.



Das kennst du sicherlich auch: Es gibt so Tage, an denen fühlt man sich einfach nicht wohl in seiner Haut. Meist hat es etwas mit dem persönlichen Umfeld zu tun. Vielleicht weil man gerade in einer verzwickten Situation oder man möchte aufgrund einer Peinlichkeit am liebsten im Boden versinken. Auch Thomas Luster steckt in einer solchen Klemme und fühlt sich nicht mehr Wohl in seiner Haut - allerdings meinen wir das wörtlich...

Luster - Das zweite Ich
Antiquitätenhändler Thomas Luster hat einen respektablen Beruf und eine schöne Frau, doch kann er nichts von beidem genießen, weil er ebenfalls ein antriebsloser, drogensüchtiger Duckmäuser und Angsthase ist. Seit neustem scheint er auch noch verrückt zu werden, weil ihn nämlich die Überzeugung beschleicht, eine gespaltene Persönlichkeit zu besitzen, von der die eine Hälfte (seine) gegen die andere, die etwas riskieren und auf den Putz hauen will, Krieg führt. Und der alte Thomas scheint den Krieg zu verlieren.

Das ganze Szenario erinnert ein wenig an die BBC-Serie "Jekyll - Blick in deinen Abgrund" - ein grandioses Stück britischer Filmkunst. Ganz an dieses Niveau kann "Luster - Das zweite Ich" von Adam Mason nicht heranreichen, dennoch bietet auch dieser Film gute Action. Was man noch am stärksten bemängeln möchte, ist das völlig missratene Cover mit einem blutüberströmten Protagonisten, der so im Film gar nicht vorkommt. Auch hätte man sich mehr Mühe geben können die Klassifizierung "Ab 18" zu umgehen - das hätte den Verkaufszahlen sicherlich mehr geholfen als geschadet. Aber jetzt ist es schon so...

Der Film selbst ist spannend in Szene gesetzt und trotz offensichtlich klammen Budget sehr nett realisiert worden. Horrorspezialist Adam Mason bleibt seiner Linie damit treu und setzt Hauptdarsteller Andrew Howard in ein exzellentes Licht. Man darf sich sicher sein, dass man von beiden noch viel mehr sehen wird. Insbesondere die Charakterdarstellung von Howard müsste ihm Tür und Tor für weitere Rollen öffnen.

FAZIT

Gelungene Neuinterpretation von "Dr. Jekyll und Mr. Hyde". Gelungene Regiearbeit von Mason, geniale schauspielerische Leistung von Howard.

Redaktion (Spielemagazin.de)

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Spielemagazin-Wertung: 77%
Ein Antiquitätenhändler im Krieg mit seiner eigenen Persönlichkeit.

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