Destiny 2: Renegades Review

Star-Wars-Flair trifft auf ein riskantes Gesetzlosen-Grenzland



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Destiny 2: Renegades schlägt für Bungies Online-Shooter einen überraschend anderen Ton an. Die Erweiterung führt Dich nach dem Auftakt der Schicksals-Saga in ein gesetzloses Grenzgebiet, in dem der Vagabund einer Spur der Neun folgt und sich mächtige Syndikate gegenseitig belauern. Statt einer klassischen Hütermission im Auftrag der Vorhut bist Du hier Teil einer Crew, die Risiken eingeht, Bündnisse abwägt und ihre Aufträge dort erledigt, wo Regeln wenig zählen. Die unverkennbare Inspiration durch Star Wars verleiht Renegades dabei viel Atmosphäre, ohne Destiny 2 seine eigene Identität vollständig zu nehmen.

Ein neues Kapitel fernab der Vorhut

Die Geschichte stellt das Barant-Imperium und dessen gefährliche Superwaffe, die Dämmerung-Station, in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem Vagabunden, Eris Morn, Eido und Aunor Mahal gerätst Du zwischen mehrere Interessen und rivalisierende Gruppen. Renegades versucht, seine Handlung weniger wie einen geradlinigen Feldzug und stärker wie ein Abenteuer in einer zwielichtigen Unterwelt aufzubauen. Das funktioniert vor allem dann gut, wenn Figuren miteinander verhandeln, Informationen zurückhalten oder Du den Eindruck bekommst, dass kein Bündnis völlig kostenlos ist.

Der neue Außenposten von Tharsis dient als sozialer Mittelpunkt. Dort nimmst Du Aufträge an, rüstest Dich aus und bereitest Dich auf die Aktivitäten im Gesetzlosen Grenzland vor. Die Erweiterung erzählt keine völlig losgelöste Geschichte, sondern knüpft sichtbar an die Ereignisse von The Edge of Fate an. Wer diesen Teil der Schicksals-Saga kennt, wird die Konstellationen und Anspielungen besser einordnen können. Neue oder lange abwesende Hüter bekommen zwar die wichtigsten Zusammenhänge vermittelt, der Einstieg bleibt aber typisch Destiny: Ein gewisses Grundverständnis der Welt hilft enorm.
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Das Gesetzlose Grenzland als spielerischer Kern

Das eigentliche Herzstück von Renegades ist das Gesetzlose Grenzland. Hier absolvierst Du mit Deinem Einsatztrupp risikoreiche Aufträge für verschiedene Syndikate. Kopfgeldjagden, Schmuggelaktionen und Sabotage-Missionen bilden den Rahmen, während Du auf den Schauplätzen von Mars, Venus und Europa unterwegs bist. Die Aktivitäten wollen nicht bloß eine weitere Playlist sein, sondern stärker auf Entscheidungen, wechselnde Ziele und eine eigene Auftragsatmosphäre setzen.

Das gelingt durchaus. Die Missionen vermitteln häufiger als viele ältere Destiny-Aktivitäten das Gefühl, dass Du auf einen konkreten Job geschickt wirst und nicht nur dieselbe Arena zum x-ten Mal leerst. Zugleich bleibt die Struktur für erfahrene Spielerinnen und Spieler schnell vertraut: Gegnergruppen beseitigen, Ziele sichern, Mechaniken lösen und Beute mitnehmen. Die abwechslungsreichere Präsentation kann den bekannten Grind nicht vollständig aushebeln, gibt ihm aber einen interessanten neuen Rahmen.

Neue Fähigkeiten für den Einsatztrupp

Renegades ergänzt den üblichen Hüterbaukasten um Fähigkeiten, die speziell im Grenzland zur Geltung kommen. Luftangriffe, Geschütztürme und weitere taktische Hilfen verändern die Dynamik einzelner Gefechte spürbar. Dadurch entsteht in gelungenen Momenten mehr als bloß die gewohnte Rotation aus Granaten, Super und Waffenfähigkeiten. Du musst überlegen, wann ein mächtiger Effekt am meisten Nutzen bringt und wie Dein Einsatztrupp seine Werkzeuge kombiniert.

Besonders mit eingespielten Freunden gewinnt dieses System. Wenn ein Spieler Gegner bindet, während ein anderer einen Bereich absichert oder den entscheidenden Angriff vorbereitet, entsteht eine angenehm koordinierte Form von Chaos. Allein mit der Matchmaking-Gruppe funktioniert das ebenfalls, erreicht aber naturgemäß nicht immer dieselbe Abstimmung. Renegades bleibt ein Online-Erlebnis, das deutlich davon profitiert, wenn Du mit festen Mitspielern unterwegs bist.
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Praxianische Klinge und Blaster mit Star-Wars-Gefühl

Die Star-Wars-Anleihen zeigen sich am deutlichsten bei Waffen, Ausrüstung und Inszenierung. Mit der Praxianischen Klinge führt Renegades eine Waffe ein, die sehr bewusst an ein Lichtschwert erinnert, aber weiterhin im Destiny-Kosmos verankert wird. Auch das neue Blaster-Archetyp bringt eine andere Energie in das Arsenal und passt hervorragend zur Idee von Schmugglern, Gesetzlosen und Kopfgeldjägern.

Bungie nutzt die Vorlage klug genug, um starke Bilder hervorzurufen, ohne aus Destiny 2 einfach ein Lizenzspiel zu machen. Gerade die Klinge sorgt für eindrucksvolle Momente, weil sie das gewohnte Schusswechsel-Tempo aufbricht und Begegnungen unmittelbarer wirken lässt. Allerdings bleibt die Freude daran eng an die übliche Destiny-Jagd nach passenden Rolls, Ressourcen und Optimierung gebunden. Wer den Loot-Kreislauf der Reihe leid ist, wird durch eine schicke neue Waffe nicht plötzlich bekehrt.
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Der Dungeon als Endgame-Prüfung

Für ambitionierte Dreiertrupps bietet Renegades außerdem einen neuen Dungeon. Gemeinsam mit Aunor Mahal stellst Du Dich den Akolythen von Dredgen Bael und arbeitest Dich durch anspruchsvolle Kämpfe sowie Mechaniken, die Kommunikation und saubere Rollenverteilung verlangen. Der Dungeon ist klar auf Spieler zugeschnitten, die Destiny 2 nicht nur beiläufig spielen, sondern ihre Builds kennen und bereit sind, Begegnungen mehrfach zu lernen.

Hier spielt Renegades eine der großen Stärken der Reihe aus. Sobald ein Team die Abläufe versteht und seine Fähigkeiten abgestimmt einsetzt, entsteht dieses besondere Destiny-Gefühl aus Druck, Präzision und einem am Ende gemeinsam verdienten Erfolg. Für Solospieler oder Gelegenheitshüter ist der Zugang naturgemäß weniger einladend, doch als Endgame-Inhalt gibt der Dungeon der Erweiterung ein wichtiges Gewicht.

PS5 -Steuerung, Technik und Zugänglichkeit

Auf PS5 bleibt Destiny 2 ein angenehm direkter Konsolen-Shooter. Das Gunplay ist weiterhin eine der größten Qualitäten des Spiels: Waffen besitzen spürbares Gewicht, Fähigkeiten lassen sich flüssig verketten und das Zielen mit dem DualSense funktioniert zuverlässig. Die vielen neuen Optionen und Ausrüstungswerte machen die Menüs allerdings nicht übersichtlicher. Gerade Rückkehrer können sich zunächst von Belohnungen, Händlerangeboten und Build-Möglichkeiten erschlagen fühlen.

Positiv ist die umfangreiche Anpassbarkeit. Tastenbelegung, Stick-Empfindlichkeit, Untertitel, Farben und zahlreiche weitere Optionen lassen sich auf der PS5 anpassen. Deutsche Texte und eine deutsche Sprachausgabe sind vorhanden. Das Spiel bleibt allerdings dauerhaft an eine Internetverbindung gebunden und setzt für seine Kernaktivitäten auf Online-Spiel. Renegades ist somit keine Erweiterung für einen ruhigen Offline-Abend, sondern für regelmäßige Ausflüge in ein lebendiges, ständig weiterentwickeltes Destiny 2.
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Mehr frischer Stil als vollständiger Neuanfang

Renegades gelingt es, Destiny 2 mit dem Gesetzlosen Grenzland und dem Star-Wars-inspirierten Ton sichtbar aufzufrischen. Die neue Atmosphäre, die Waffen und die Auftragsstruktur geben der Erweiterung ein eigenes Gesicht. Gleichzeitig bleibt unter der Oberfläche vieles vertraut: Fortschritt läuft über Beute, Wiederholungen und den Wunsch, den nächsten Build ein wenig besser zu machen. Der Umfang wirkt deshalb eher wie ein konzentriertes Kapitel als wie ein großer Neustart für die gesamte Reihe.

Entwickelt und veröffentlicht wurde Destiny 2: Renegades von Bungie. Die Erweiterung erschien am 2. Dezember 2025 für PS5 , PS4 , PC, Xbox Series X|S und Xbox One . Auf PlayStation 5 unterstützt sie Online-Spiel für bis zu 16 Personen und ergänzt das Hauptspiel als kostenpflichtiger Downloadinhalt.

FAZIT

Destiny 2: Renegades ist eine stilistisch starke Erweiterung, die der Reihe mit ihrem Gesetzlosen-Grenzland, der zwielichtigen Crew-Atmosphäre und den deutlichen Star-Wars-Anleihen neuen Schwung verleiht. Die Aufträge, neuen Fähigkeiten und der Dungeon bieten Fans des gewohnten Destiny-Kreislaufs gute Gründe, wieder einzusteigen oder dranzubleiben. Gleichzeitig löst Renegades die bekannten Hürden nicht: Der Einstieg bleibt anspruchsvoll, viel Inhalt lebt von Wiederholung und das beste Erlebnis entsteht klar mit einem festen Einsatztrupp. Für aktive Hüter ist es ein überzeugendes, wenn auch nicht riesiges neues Kapitel; Skeptiker des bisherigen Loot-Grinds wird es eher nicht dauerhaft umstimmen.

Redaktion (Spielemagazin.de)

Wie wir bewerten. Mehr zum Thema Transparenz.

Spielemagazin-Wertung: 80%
Star-Wars-Flair trifft auf ein riskantes Gesetzlosen-Grenzland
Einzelwertungen
Gameplay
81
Grafik
81
Sound
79
Steuerung
80

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