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Toni: Dreharbeiten zum Kinofilm von Ulrike Grote gestartet

Das Drama erzählt die Geschichte eines späten Outings auf dem Land.



Toni: Dreharbeiten zum Kinofilm von Ulrike Grote gestartet Bild Toni: Dreharbeiten zum Kinofilm von Ulrike Grote gestartet Screenshot Toni: Dreharbeiten zum Kinofilm von Ulrike Grote gestartet Foto
Foto: Marc Kokott/East End Film GmbH. Mehr zum Thema Transparenz.

Ein spätzündendes Drama über Identität und späte Selbstfindung nimmt derzeit Form an: Im Föhrental im Breisgau haben die Dreharbeiten zum deutsch-luxemburgischen Kinofilm Toni begonnen. Unter der Regie von Ulrike Grote entsteht eine bewegende Geschichte, die der Frage nachgeht, wie viel Raum das eigene wahre Ich im späteren Leben noch einnehmen kann. Rund fünf Wochen lang steht das Filmteam im Raum Freiburg sowie in Luxemburg vor der Kamera, um dieses vielschichtige Drama einzufangen. Ins Kino soll der Film voraussichtlich im Jahr 2028 kommen.

Ein spätes Outing und die Suche nach dem eigenen Ich

Im Mittelpunkt der Handlung steht Anton Dahlinger, der nach außen hin ein völlig geregeltes Leben führt. Seit Jahrzehnten betreibt er den heimischen Hof, ist mit seiner Frau Christa verheiratet und tief im Dorfleben verankert. Doch hinter der Fassade verbirgt sich seit seiner Kindheit ein Geheimnis, das sein strenger, autoritärer Vater Karl mit Gewalt unterdrückt hat. Erst als Karl stirbt, bricht bei Anton ein jahrelang aufgestauter Damm.

Auf einer abgelegenen Alm, auf der er jeden Sommer die Kühe hütet, wagt er schließlich den ersten Schritt in die Freiheit und zeigt sich erstmals als die Frau, die er in Wahrheit ist: Toni. Dieses späte Outing löst im gewohnten Umfeld komplexe Dynamiken aus. Seine Ehefrau Christa spürt die Veränderung und schwankt zwischen Misstrauen, Eifersucht und anhaltender Zuneigung. Mut bekommt Toni durch die glamouröse Chansonnière Dominique. Gleichzeitig entwickelt sich zwischen Toni und dem alten Jugendfreund Jakob eine leise, tiefe Zuneigung, die das bisherige Gefüge der Figuren gründlich auf die Probe stellt.

Erfahrenes Ensemble und langjährige Partnerschaften

Regisseurin und Drehbuchautorin Ulrike Grote, die 2005 für ihren Kurzfilm Ausreißer mit dem Student Academy Award ausgezeichnet wurde und 2012 mit Die Kirche bleibt im Dorf einen großen Kinoerfolg feierte, arbeitete über sieben Jahre an der Entwicklung des Projekts. Die Ursprungsidee stammt von Produzent Kamran Sardar Khan und basiert auf einer wahren Begebenheit. Grote hebt hervor, dass sie mit der Geschichte einen Aspekt beleuchten möchte, der im Kino bislang selten im Mittelpunkt steht:
Filme über junge Transmenschen gibt es einige. Mich interessiert, was passiert, wenn diese Frage erst im dritten Lebensabschnitt mit voller Wucht kommt. Die größte Hürde ist dabei nicht das Umfeld, sondern die Rolle, die man sich ein Leben lang antrainiert hat.
Ulrike Grote
Für die Besetzung konnte die Produktion hochkarätige Darsteller gewinnen. Die Hauptrolle des Anton beziehungsweise der Toni übernimmt Joachim Raaf. An seiner Seite spielt Janna Striebeck die Ehefrau Christa – beide standen bereits für Grotes Produktion Culpa gemeinsam vor der Kamera. Den Jugendfreund Jakob verkörpert Jürgen Hartmann. Die Chansonnière Dominique wird von Zazie de Paris dargestellt, die als trans Frau eigene Lebenserfahrungen in die Figur einbringt.

Ein besonderes Detail bietet die Besetzung der Familie: André Jung übernimmt die Rolle des Vaters Karl, während seine reale Tochter Marie Jung im Film als Tochter Anne zu sehen ist. Der jüngere Anton und der junge Jakob werden von Florian Weiß und Timothy Scannell gespielt. Das Projekt ist als internationale Koproduktion von East End Film, Fortune Cookie Film und Tarantula Luxembourg in Zusammenarbeit mit SWR und ARTE angelegt und wird unter anderem vom Film Fund Luxembourg, der MFG Baden-Württemberg sowie dem DFFF gefördert.

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