Farlander - Der Pfad des Kriegers
Prinzipiell eine recht innovative Idee, die Col Buchanan hier verfolgt. Die Roshun sind mehr als Mönche und Assassinen, sie sind die Anbieter einer Lebensversicherung. Wer ihr Zeichen trägt ist sicher vor Mord, denn töten man jemanden, der eine solche Lebensversicherung abgeschlossen hat, dann nimmt einem ein Roshun das eigene mörderische Leben. Nur selten ist jemand dumm genug sich mit den Roshun anzulegen, nur Schade, dass der Sohn der Martiarchin des Imperiums von Mann, Kirkus dul Dubois, eben so dumm ist und vorhersehbarer Weise den Zorn der Roshun auf sich zieht.
Der Kult von Mann an sich ist brutal, lebensverneinend und grausam. Er errichtet ein totalitäres Imperium, das aufgebaut ist auf Misstrauen, Hass und Grausamkeit und somit auf Dauer ohnehin nicht funktionieren kann und nebenbei einige platte Gemeinsamkeiten zu einer real existierenden, im den USA mit misstrauen betrachteten Religion trägt. Hier betreibt der Autor extreme schwarz weiß Malerei. Es gibt das Böse Imperium und die letzten freien Städte, Häfen und Inseln, die sich tapfer auf verlorenem Posten gegen die Übernahme wehren.
Die Geschichte scheint auf einem anderen Planeten zu spielen, einem Planeten mit zwei Monden. So ist es nur konsequent, dass auch die Tier- und Pflanzenwelt anders ist und fremde Namen trägt, leider mit einigen ausnahmen, denn dort scheint es trotzdem Krokodile zu geben und Falken und neben den allgegenwärtigen außerirdischen Zel als Reittier auch Maultiere, Pferde und vor allem auch Ratten.
Inkonsequent erscheint auch, dass Nico lieber verhungert und zum Dieb wird, als sich an seinen Onkel (Bruder des Vaters) zu wenden, der ein hoher Militär in der Stadt ist. Es wirkt fast, als wäre dem Autor die Idee, die zwei Handlungsstränge (Nikos und der allgemeinen Kriegshandlungen) über eine verwandtschaftliche Beziehung zu verknüpfen erst mitten im Buch gekommen.
Die Kampfszenen sind teils recht blutig und ausführlich beschrieben. Magie oder etwas was man dafür halten kann, taucht immer passend als deus ex machina auf, um die aussichtslose Situation zu retten.
Die Protagonisten bleiben leblos und die Geschichte zieht sich über lange strecke hin. Möglicherweise liegt das daran, dass dies der erste Band einer Trilogie ist, andererseits ist selbst die Lehrzeit Nikos eher belanglos und mit Standard Grausamkeiten gespickt. Möglicherweise war dies dem Autor auch irgendwann klar, möglicherweise wurde ihm bewusst, dass er sich auf sehr ausgetretenen und vorhersehbaren Pfaden bewegt, so dass er noch ein paar, leider ebenfalls vorhersehbare, Wendungen einbaut.
(Sabine Stebel)




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