Wachsende Kluft bei Weiterbildung und KI-Nutzung
Obwohl fast zwei Drittel aller Befragten (64 Prozent) angeben, in den vergangenen zwölf Monaten KI bei der Arbeit genutzt zu haben, sinkt gleichzeitig die Unterstützung durch die Arbeitgeber. Der Anteil derjenigen, die Zugang zu den erforderlichen Weiterbildungsinformationen und -ressourcen haben, ist im Vergleich zum Vorjahr von 59 auf 51 Prozent gefallen. Besonders gravierend zeigt sich dieser Rückgang bei der Mehrheit der Beschäftigten.PwC unterteilt die Belegschaft in der Studie in vier prägnante Kategorien:
- Vorreiter (14 Prozent): Sie besitzen stark nachgefragte Qualifikationen und ausgeprägte KI-Kenntnisse.
- KI-Aufsteiger (18 Prozent): Ihre Qualifikationen sind zwar weniger rar, aber sie nutzen KI intensiv, um effizienter zu arbeiten.
- Unverzichtbare (11 Prozent): Diese Fachkräfte verfügen über seltene Fähigkeiten, hinken bei der KI-Anwendung jedoch hinterher.
- Maschinenraum (56 Prozent): Sie stellen die absolute Mehrheit dar, besitzen herkömmliche Qualifikationen und befinden sich noch am Anfang der KI-Lernkurve.
Zufriedenheit durch Technologie versus Wechselbereitschaft
Auf der anderen Seite profitieren diejenigen, die künstliche Intelligenz bereits täglich einsetzen. Der Anteil der täglichen Nutzer von generativer KI stieg innerhalb eines Jahres von 14 auf 22 Prozent. Diese Gruppe blickt deutlich zuversichtlicher auf die eigene Karriere: 68 Prozent fühlen sich bezüglich ihrer Arbeitsplatzsicherheit wohl (gegenüber 57 Prozent bei seltenen Nutzern). Zudem vertrauen sie der Unternehmensleitung eher und trauen sich mit höherer Wahrscheinlichkeit zu, neue Kompetenzen zu erlernen.Pete Brown, globaler Leiter des Bereichs Workforce bei PwC, ordnet die Herausforderung für Unternehmen wie folgt ein:
Die Arbeitnehmer stehen unter wachsendem Druck durch steigende Arbeitsbelastung, raschen Wandel und externe Unsicherheiten. Doch diejenigen, die täglich KI nutzen, sind zuversichtlicher, ehrgeiziger und sehen ihre Karriere und ihre Zukunftsperspektiven positiver. Die Herausforderung für Führungskräfte besteht darin, diese Mitarbeiter weiterzuentwickeln – jedoch nicht auf Kosten der übrigen Belegschaft.
Steigender Belastungs- und Finanzdruck im Arbeitsalltag
Neben der technologischen Transformation kämpfen viele Arbeitnehmer mit ganz alltäglichen Hürden. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten hinterlassen deutliche Spuren: Nur noch ein Drittel der Befragten gibt an, am Monatsende Geld übrig zu haben – ein Minus von acht Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.Darüber hinaus empfinden viele Beschäftigte das Transformationstempo als kräftezehrend. 58 Prozent der Befragten berichten, dass es im vergangenen Jahr mehr Veränderungen im Unternehmen gab als in den Jahren zuvor, und 27 Prozent sehen ihre eigene Produktivität durch Burnout oder Erschöpfung beeinträchtigt. Bei der Frage nach Risiken für den eigenen Arbeitsplatz bereiten wirtschaftliche Schwankungen mit 57 Prozent breiteren Teilen der Belegschaft Sorgen als die direkte Sorge vor einer Ersetzung durch KI (44 Prozent).
Führungskräfte stehen deshalb vor der dringenden Aufgabe, Weiterbildung für alle Ebenen zugänglich zu machen, um die drohende digitale Kluft nachhaltig zu schließen.


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