Wave Ball Review

Klassisches Arcade-Prinzip



Wer das Spielprinzip nicht kennt, was sicher nicht viele Leute sind, dem sei hier kurz beschrieben worum es
bei dieser Neuauflage des guten alten Arkanoid geht.
Man nehme ein steuerbares Stückchen Grafik, den Paddel, einen sich bewegenden Ball und eine Mauer aus
Klötzchen welche bei Berührung mit dem Ball verschwinden bzw. sich in verschiedene Extras verwandeln.
Man steuert den Paddel so, dass der Ball nicht aus dem Bildschirm verschwindet sondern abprallt und wieder
zur Mauer zurückkehrt. Hat man alle Mauerteile mit Hilfe des Paddels und des Balles zerstört, so erscheint
im nächsten Level eine neue Mauer in anderer Form und evtl. wird der Ball ein bischen schneller. Das Ganze
kann man endlos weiterführen. Fertig ist das Spiel.

Schein und Sein
Geht man nach der Verpackung von "Wave Ball" so hat man es hier nicht nur mit einem Nachfolger, sondern mit
einem würdigen Nachfolger zu tun. Zitat: "..einzigartiges und packendes Spiel..., hervorragende Sounds,
Grafiken....Liebe zum Detail". Soweit die Werbung, jetzt also zur Realität, schauen wir mal was geschätze
20 Jahre Fortschritt an einem ebenso simplen wie süchtig machenden Spielprinzip und dessen Ausführung
bewirken können.

Die "...hervorragende Grafik..."
ist erstmal nett, bunt und einigermassen angebracht. Mehr kann und will ich dazu eigentlich gar nicht
sagen. Von den Anforderungen her sollte ein mittelprächtig ausgestatteter Supermarktkassencomputer in der
Lage sein dies darzustellen. Aber nicht jedes Spiel braucht auch eine Hammergrafik. Viel mehr als hier
geboten benötigt man ehrlicherweise nicht. Wäre nicht der angetäuschte 3D Effekt, der eigentlich eher
störend denn sinnvoll ist, so könnte man auf den Gedanken kommen ein Retropaket erworben zu haben. Die
sich ständig ändernde Perspektive hat zwar wirklich etwas Neues gegenüber dem Klassiker, ob sie aber zur
besseren Spielbarkeit beiträgt sei hier mal dahingestellt.

Der "...hervorragende Sound..."
entpuppt sich bei näherem Hinsehen, ähhh, Hinhören, als für ca. 30 Sekunden ertragbare Untermalung, die
danach in nahezu unerträgliche nervliche Belastung umschlägt. Ein einziges "Ding, Ding, Dung, Ding, Ding,
Dung, Wusch..." klabautert aus den Lautsprechern. Am besten auf ganz ganz ganz leise einstellen denn
brauchen tut man diese Belastung nicht. Dann schon eher die etwas dynamischere Hintergrundmusik. Diese
verdient den namen Musik nicht wirklich, läßt sich aber wesentlich länger ertragen als die Geräuschkulisse.

Das "...einzigartige und packende Spiel..."
ist natürlich das oben beschriebene Arkanoid Prinzip. An diesem wurde zum Glück auch nicht geschraubt.
Die Mauer ist da und muss weg. Die dabei zusätzlich zur Erleichterung aber auch zur Steigerung des
Schwierigkeitsgrades anfallenden Extras in die sich manche Steine verwandeln sind sinnvoll angelegt
und lassen die Motivation länger bestehen als das Spielprinzip es eigentlich hergäbe. Die neu eingebauten
Extras vermitteln sogar ab und zu ein gewisses Aha-Erlebnis.

Die "...Liebe zum Detail.."
meint hier wahrscheinlich das Aufspüren des Klassikers und die Umsetzung für aktuelle Computer. Mehr
kann es eigentlich nicht gewesen sein oder verbirgt sich möglicherweise irgendwo noch ein Extra das
ein weiteres Spiel hervorzaubert ?

FAZIT

Wer 5 Euro übrig hat, sich damals bereits an Arkanoid oder seinen Vettern erfreuen konnte, wird sich möglicherweise mit "Wave Ball" gerne noch einmal in die Welt der zerplatzenden Klötzchen begeben wollen. Selbst Neulinge des Genres können dem Spiel sicherlich ihre Freuden abgewinnen, solange es pro Sitzung nicht länger als 10-20 Minuten dauert. Für den Preis kann man ehrlicherweise nicht mehr verlangen, insbesondere da das Uraltspielprinzip auch nicht mehr hergibt.

Zaphod (Spielemagazin.de)

Wie wir bewerten. Mehr zum Thema Transparenz.

Spielemagazin-Wertung: 43%
Klassisches Arcade-Prinzip
Einzelwertungen
Gameplay
48
Grafik
40
Sound
60
Steuerung
38

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