Nur noch wenige Meter...
Es war ein langer Weg bis zu den U.S. Open, aber nun stehe ich inmitten einer jubelnden Menschenmasse, die allein von einigen Absperrungen davon abgehalten wird das heilige Grün zu betreten. Ein grandioser Abschlag hat den Ball bis in unmittelbare Nähe des letzten Lochs fliegen lassen, schweben lassen und als er nach gefühlten Stunden endlich den Boden berührte war klar: Der Sieg bei dem wohl renomiertesten Golf-Turniers in den USA ist nur noch einen letzten Putt entfernt. Nur noch einmal Zittern, Konzentration und den Atem anhalten, dann darf ich entweder feiern oder ich werde mich noch über Jahre hinweg fragen was schiefgelaufen ist. Es ist der Moment der Wahrheit...
Klingt dramatisch, oder? Ist es aber auch, denn eines muss man den Herren Entwickler von EA Sports lassen: Es ist ihnen gelungen mit "Tiger Woods PGA Tour 10" ein wirklich atmosphärisches Spiel auf den Markt zu platzieren. Selten zuvor hat man solch überzeugende Zuschauerreaktionen, Jubelrufe und Enttäuschungen gesehen. Und auch wenn diese natürlich nur von einem Prozessor im Inneren der PS3 gesteuert werden muss man eines neidlos anerkennen: Es reißt einen dennoch mit! Aber nachdem man ein Turnier auch nicht mit dem Endspiel beginnt, wollen wir einen Blick zurück wagen und zeigen euch, wie sich "Tiger Woods PGA Tour 10" so spielt...
Aller Anfang ist (nicht so besonders) schwer!
Am Anfang steht zunächst das Anlegen eines eigenen Spielers, den man im Karriere Modus mit Hilfe eines eigenen Character-Designers selbst entwickeln kann. Nachdem man Namen, Aussehen und einige Klamotten festgelegt hat, kann man sich auch sofort auf das Trainingsgelände begeben, um sich mit dem Handling des Spiels vertraut zu machen. Kenner der Serie wird hier dann auch sofort auffallen, dass nun auch endlich das Wetter eine entscheidende Rolle spielt. Denn Golf ist zwar für viele ein Schönwettersport, aber für uns angehende virtuelle Profis gilt das natürlich nicht. Wir spielen auch wenn es "Hunde und Katzen regnet" und dementsprechend haben aufkommende Winde und Regen einen massiven Einfluss auf das Gameplay. Der Clou: Das Wetter im Game wird geliefert vom Weather Channel und ist somit eine virtuelle Simulation aktuell gegebener Wettersituationen auf dem jeweiligen Golf-Platz. Was es nicht alles gibt...
Im Lauf einer Karriere kann man sein virtuelles Alter Ego immer weiter "pimpen", die Ausrüstung verbessern und damit auch langfristig bessere Spielergebnisse erzielen. Der neue Online Spielmodus bietet dann zudem auch die Möglichkeit sich online mit anderen Spielern zu messen und auf die Jagd nach virtuellen Preisgeldern und Trophäen zu machen.
Grafisch macht "Tiger Woods PGA Tour 10" immer noch eine sehr gute Figur, auch wenn man hier und da etwas das Gefühl hat, dass eine gewisse Stagnation stattgefunden hat. Bewegungsabläufe, Hintergründe, Golf-Parcours und das gesamte Drumherum wirken authentisch, aber eben auch nicht besser oder schlechter als in "Tiger Woods PGA Tour 09". Wahrlich neu sind in diesem Zusammenhang wohl am ehesten die genannten Wettereffekte und die dynamischen Zuschauerreaktionen, die wir bereits lobend erwähnt haben.
Letztere sind es auch, die dem Spiel eine deutlich gewachsene Atmosphäre verleihen können, die den Spieler noch mehr an den Bildschirm zu fesseln vermag. Hintergrundmusik und Sound Effekte sind traditionell schon immer sehr gut gewesen und wissen auch diesmal zu gefallen.





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