Lauf, Faith! Lauf!
"Faith" ist eine solche Runnerin, eine Botin, die ähnlich den heutigen Radkurieren Lieferungen von A nach B bringt und dabei versucht möglichst wenig aufzufallen und nirgends anzuecken. Denn beides wäre für sie unerfreulich. "Auffallen" bedeutet in dieser Zukunft nämlich automatisch Ärger mit der Polizei und "anecken" bedeutet den sicheren Tod. Denn über den Dächern der Stadt, springend von einem Dach zum anderen, an Häuserwänden entlang und Rohre hinauskletternd darf man schlicht nicht irgendwo hängenbleiben. Denn der Tod läuft immer mit...
Ein Leben am Limit!
Der Spieler schlüpft also in die Haut von Faith und ist fortan selbst ein Gejagter. "Mirrors Edge" spielt sich zwar aus der Ego-Perspektive allerdings ist es kein klassischer Ego-Shooter und setzt sich damit wohltuend von der Masse ab. Stattdessen geht es in dem Spiel darum mit heiler Haut die vorgegebenen Missionen zu erfüllen. Dazu benötigt man einiges an Geschick, denn es gilt zu rennen, unter Rohren durch zu rutschen, sich an Rohren entlang zu hangeln, viel zu springen und zu klettern und im Notfall auch den Gegner zu entwaffnen und selbst zu feuern. Allerdings kommt man recht selten in den Besitz einer Waffe und die Munition ist dann streng limitiert. Klug agiert, wer stattdessen mit Köpfchen vorgeht und sich überlegt, ob sich die Konfrontation mit dem Gegner überhaupt lohnt.
Atemberaubend ist die Körperbeherrschung und die Art und Weise wie es die Entwickler bei EA geschafft haben ein echtes Körpergefühl auf die PS2 zu portieren. Nicht nur bewegt sich die Ausnahme-Athletin realistisch, sondern auch werden alle Bewegungen täuschend echt nachempfunden. Mit der PS3 einen Puzelbaum zu schlagen ist schlicht ein Erlebnis, gleiches gilt auch für den Balance-Akt auf einem gespannten Seil oder für das Abrollen nach einem Sprung. Wirklich sensationell, wie diese Körperbewegungen eingefangen wurden und welchen Spielspass dies entwickelt. Wir sind uns fast schon sicher, dass dies ein Meilenstein in der Ego-Shooter Szene ist und bald schon Nachahmer in reinen Shootern finden wird.
Die Story ist sehr spannend erzählt und wird ständig vorangetrieben, allerdings ist das Gamedesign sehr linear. Es gibt genau einen Weg zum Ziel und mitunter ist es sauschwer die dazu notwendigen Moves durchzuführen. Die Sprünge müssen mit zunehmender Spieldauer immer genauer getimed werden, sondern landet man unweigerlich im Abseits. Das führt dann nicht selten dazu, dass man einen Abschnitt x-mal versuchen muss, um endlich weiterzukommen. Zwar gibt es recht viele Speicherpunkte, dennoch ist manche Widerholung fast schon eine Bestrafung.
Grafik und Sound
Abgesehen von den tollern Körperbewegungen kann "Mirrors Edge" auch in anderen Bereichen punkten. Der comicartige Stil mit dem die Geschichte erzählt wird trifft den Nerv der Zeit und ist sehr stylisch in Szene gesetzt worden. Auch die Ingame-Grafik kann sich mit seinem futuristischem und blitze-blanken Look wahrlich sehen lassen. Sehr überzeugend sind auch die Darstellung anderer Personen, egal ob Freund oder Feind. Alles bewegt sich äußerst realistisch und macht einen sehr guten Eindruck.



Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!