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Shakey Graves – Fondness, Etc. Review

Ein Album zum Innehalten


10.04.2026  Jacqueline  0 Likes  0 Kommentare 
Shakey Graves – Fondness, Etc. Review Bild Shakey Graves – Fondness, Etc. Review Screenshot Shakey Graves – Fondness, Etc. Review Foto

Mit „Fondness, Etc.“ kehrt Shakey Graves zurück zu seinen Wurzeln – und gleichzeitig einen Schritt weiter. Das fünfte Studioalbum wirkt wie ein bewusst entschleunigter Gegenentwurf zur modernen Musikproduktion. Weniger Perfektion, mehr Gefühl. Weniger Lautstärke, mehr Nähe. Und genau darin liegt die besondere Stärke dieses Albums.

Zurück zum Kern der Musik
Schon die ersten Songs machen deutlich, wohin die Reise geht. „Don’t Change a Thing“ und „When the Love Is New“ entfalten eine intime, fast zerbrechliche Atmosphäre. Alles wirkt reduziert, aber nie leer. Stattdessen entsteht Raum – für Stimme, für kleine Details, für Emotionen.

Shakey Graves setzt hier bewusst auf Lo-Fi-Ästhetik. Aufgenommen im eigenen Heimstudio, mit analogem Equipment und minimalem Overdubbing, klingt das Album wie eine Momentaufnahme. Unpoliert, ehrlich und dadurch umso greifbarer.

Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Thematisch dreht sich „Fondness, Etc.“ um das Älterwerden, um Veränderung und um das Festhalten an Erinnerungen. Es ist diese Mischung aus Melancholie und Dankbarkeit, die sich durch das gesamte Album zieht.

Songs wie „Time Flies“ oder „I Once Was an Ocean“ bringen genau dieses Gefühl auf den Punkt. Es geht nicht um große Gesten, sondern um leise Erkenntnisse – und genau die treffen oft am tiefsten.

Unperfekt ist hier genau richtig
Ein spannender Aspekt des Albums ist der bewusste Umgang mit Fehlern. Geräusche im Hintergrund, kleine Ungenauigkeiten, scheinbar zufällige Elemente – all das bleibt erhalten und wird Teil des Sounds.

Das sorgt dafür, dass sich die Songs lebendig anfühlen. Man hat das Gefühl, nicht nur Musik zu hören, sondern einen Moment mitzuerleben. Gerade in einer Zeit, in der vieles klinisch perfekt klingt, wirkt das fast schon erfrischend.

Songwriting im Vordergrund
Trotz aller stilistischen Entscheidungen bleibt eines klar im Fokus: die Songs selbst. Shakey Graves zeigt einmal mehr, dass er ein außergewöhnlicher Songwriter ist. Die Melodien sind eingängig, ohne banal zu wirken, die Texte persönlich, ohne sich aufzudrängen.

„Suddenly“ oder „Away It Goes“ sind gute Beispiele dafür. Sie entfalten ihre Wirkung langsam, fast unbemerkt – und bleiben dann doch im Kopf hängen.

Ein Album ohne Eile
„Fondness, Etc.“ nimmt sich Zeit. Es gibt keine großen Höhepunkte im klassischen Sinne, keine dramatischen Wendungen. Stattdessen entwickelt sich das Album ruhig und konstant.

Das kann für manche Hörer fast zu unspektakulär wirken. Wer auf schnelle Hooks oder große Refrains hofft, wird hier nicht immer fündig. Doch wer sich darauf einlässt, entdeckt eine Tiefe, die sich erst nach und nach erschließt.

Tracklist
  1. Don’t Change a Thing
  2. When the Love Is New
  3. Time Flies
  4. Suddenly
  5. Away It Goes
  6. The Boilermaker
  7. I Once Was an Ocean
  8. On My Own
  9. No Place to Be


„Fondness, Etc.“ ist ein leises, aber eindringliches Album, das sich bewusst gegen den Zeitgeist stellt. Shakey Graves setzt auf Reduktion, Ehrlichkeit und starkes Songwriting – und schafft damit ein Werk, das nicht sofort überwältigt, aber lange nachwirkt. Kleine Längen und die zurückhaltende Dynamik verhindern eine noch höhere Wertung, doch insgesamt bleibt ein sehr stimmiges, persönliches Album, das vor allem in ruhigen Momenten seine volle Wirkung entfaltet.

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