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Dragonkin: The Banished Review

Drachenjagd statt Diablo-Klon


19.03.2026  Redaktion  PC  19 Likes  0 Kommentare 
Dragonkin: The Banished Review Bild Dragonkin: The Banished Review Screenshot Dragonkin: The Banished Review Foto

Action-RPGs sind ein hart umkämpftes Genre. Wer sich hier behaupten will, muss mehr bieten als nur Loot, Skills und Gegnerwellen. Dragonkin: The Banished betritt diese Bühne mit einer klaren Vision: vertraute Mechaniken neu denken und gleichzeitig genug Eigenständigkeit zeigen, um nicht einfach als weiterer Diablo-Klon unterzugehen.

Die Ausgangslage ist klassisch, aber effektiv: Eine Welt wird von Drachen bedroht, und du bist Teil jener Kräfte, die diese Bedrohung endgültig beseitigen sollen. Statt eines völlig freien Charakters wählst du aus vier vordefinierten Klassen – Barbar, Oracle, Knight und Tracker. Das schränkt zwar die Individualisierung ein, sorgt aber gleichzeitig für klar definierte Spielstile und Rollen.

Kampfsystem: Zwischen Kontrolle und Chaos
Das Herzstück eines jeden ARPGs ist der Kampf – und hier liefert Dragonkin ab. Die Kämpfe fühlen sich angenehm wuchtig an, ohne träge zu wirken. Gerade im Vergleich zu Genre-Größen wirkt das Trefferfeedback direkter, fast greifbarer.

Du kombinierst Standardangriffe mit Fähigkeiten, die sich flüssig ineinander einfügen. Besonders gelungen ist das Zielsystem: Während Angriffe automatisch Gegner erfassen, kannst du Fähigkeiten gezielt ausrichten. Das schafft eine gute Balance zwischen Zugänglichkeit und Kontrolle.

Auch die Gegnerwellen sind gut inszeniert. Du wirst regelmäßig von größeren Gruppen überrannt, was das typische Power-Fantasy-Gefühl eines ARPGs bedient. Gleichzeitig bleibt genug taktische Tiefe erhalten, um nicht komplett ins hirnlose Button-Mashing abzurutschen.

Weniger Loot, mehr Fokus
Ein interessanter Unterschied zu vielen Genre-Kollegen ist der Umgang mit Loot. Während andere Spiele regelrechte „Loot-Explosionen“ feiern, bleibt Dragonkin deutlich zurückhaltender. Gegner lassen meist nur wenige Items fallen.

Das mag zunächst ungewohnt wirken, sorgt aber langfristig für mehr Übersicht und Fokus. Statt ständig Inventare zu sortieren, beschäftigst du dich stärker mit deinem Build und den zugrunde liegenden Systemen.

Die Ancestral Grid: Das wahre Highlight
Das vielleicht spannendste Feature von Dragonkin ist die sogenannte Ancestral Grid. Statt klassischer Skilltrees arbeitest du hier mit einem modularen System aus Fragmenten.

Diese Fragmente bestehen aus Fähigkeiten und Modifikatoren, die du in ein Raster einsetzt. Der Clou: Position und Kombination entscheiden darüber, wie stark sie wirken. Verbindest du bestimmte Fragmente geschickt, verstärken sie sich gegenseitig.

Das System wirkt zunächst komplex, entfaltet aber schnell seinen Reiz. Es lädt zum Experimentieren ein, belohnt kreative Builds und sorgt dafür, dass sich Charakterentwicklung wirklich individuell anfühlt – trotz vorgegebener Klassen.

Wyrmlinge: Kleine Drachen, großer Einfluss
Ein weiteres cleveres Element sind die Wyrmlinge – kleine Drachenbegleiter, die deinem Charakter passive Boni und zusätzliche Effekte verleihen. Je nach Element (Feuer, Eis, Blitz, Gift) beeinflussen sie deinen Spielstil erheblich.

Die Kombination aus Fähigkeiten und Wyrmling eröffnet zusätzliche strategische Möglichkeiten. Ein Build kann sich komplett anders anfühlen, je nachdem, welchen Begleiter du wählst. Das sorgt für Tiefe und Abwechslung.

Montescail: Fortschritt, den du sehen kannst
Die Stadt Montescail dient als zentraler Hub – und entwickelt sich im Laufe des Spiels sichtbar weiter. Anders als in vielen ARPGs bleibt die Stadt nicht statisch.

Durch Fortschritt schaltest du neue Gebäude frei, verbesserst bestehende Strukturen und erhältst Zugang zu besseren Ausrüstungen und Optionen. Das sorgt für ein starkes Gefühl von Entwicklung und verleiht dem Spiel eine zusätzliche Motivationsebene.

Auch wenn du die Stadt nicht komplett frei gestalten kannst, fühlt sich ihr Wachstum eng mit deinem eigenen Fortschritt verbunden an.

Story und Inszenierung: Solide, aber nicht packend
Die Geschichte rund um Drachen, uralte Mächte und politische Konflikte ist solide, bleibt aber oft zu abstrakt. Viele Begriffe, Orte und Figuren werden eingeführt, ohne ausreichend erklärt zu werden.

Zwar gibt es starke Momente – insbesondere im Prolog oder in einzelnen Charakterinteraktionen – doch insgesamt fehlt es der Story an emotionaler Tiefe. Der eigene Charakter bleibt zudem stumm und wirkt dadurch oft wie ein Beobachter statt ein aktiver Teil der Handlung.

Leveldesign und Spielwelt
Die Spielwelt bietet verschiedene Biome wie Sümpfe, Wälder oder Vulkanlandschaften. Optisch sind diese abwechslungsreich, verlieren aber über längere Spielzeit an Wiedererkennungswert.

Ein Kritikpunkt ist das Leveldesign: Karten sind teilweise sehr groß und führen zu unnötigen Laufwegen. Es kommt vor, dass du Ziele erreichst, nur um festzustellen, dass der Weg blockiert ist und du große Strecken zurücklaufen musst. Das wirkt nicht mehr zeitgemäß und bremst den Spielfluss.

Endgame und Langzeitmotivation
Nach der Kampagne bietet Dragonkin verschiedene Endgame-Aktivitäten wie Jagden, Chaos-Events und modifizierbare Missionen. Diese sorgen für zusätzliche Herausforderungen und erweitern die Spielzeit deutlich.

Allerdings zeigt sich hier auch, dass die Build-Vielfalt und Progression noch Luft nach oben haben. Einige Systeme wirken unnötig komplex oder werden nicht ausreichend erklärt.

Dragonkin: The Banished ist ein richtig gutes Action-RPG, das sich traut, eigene Wege zu gehen. Besonders das Ancestral-Grid-System hebt es klar von der Konkurrenz ab und sorgt für frischen Wind im Genre. Gleichzeitig fehlt dem Spiel noch der letzte Feinschliff, um mit den ganz großen Namen mitzuhalten. Wer jedoch bereit ist, sich auf neue Systeme einzulassen und kleinere Schwächen zu akzeptieren, bekommt hier ein motivierendes und umfangreiches Arpg-Erlebnis. Ein Titel mit klarer Identität – und dem Potenzial, in Zukunft noch deutlich zu wachsen.

Punktewertung

Gameplay
87
Grafik
83
Sound
84
Steuerung
85

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   Titel Dragonkin: The Banished
   Genre Hack and Slash
   Release 2025-03-06
   Systeme PC
   Publisher Nacon
   Altersfreigabe Freigegeben ab 12 Jahren
   Homepage https://www.nacon.com
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