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Die Unfassbaren 3 Review

Now You See Me: Now You Don't


26.02.2026  Redaktion  51 Likes  0 Kommentare 
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Neun Jahre nach dem letzten Auftritt der Horsemen versucht Die Unfassbaren 3, den magischen Nerv der Reihe erneut zu treffen. Und ja, das Wiedersehen mit Jesse Eisenberg, Woody Harrelson und dem restlichen Kern-Ensemble hat etwas Warmes, Vertrautes. Man spürt sofort diese Mischung aus verschmitzter Energie und lässiger Bühnenpräsenz, die den ersten Film zu etwas Besonderem machte. Doch während das Personal glänzt, wirkt die Inszenierung zunehmend blass. Der neue Teil bemüht sich zwar, das bekannte Rezept weiterzuführen, doch der Zaubertrick gelingt nur teilweise: Die Magie wirkt spektakulär, aber zunehmend künstlich, und der Film verliert sich immer wieder in überladenen Ideen.

Wenn Illusionen zu Überproduktionen werden
Schon früh fällt auf, wie sehr Die Unfassbaren 3 versucht, mit Tempo, Farben und visuellen Spielereien zu beeindrucken. Die Tricks sind groß, schnell und grell – aber selten clever. Das, was die ersten beiden Filme auszeichnete, war die Finesse hinter den Illusionen, dieses Gefühl, dass etwas handwerklich brillant in Szene gesetzt wurde. Hier hingegen ziehen digitale Effekte einen Großteil des Gewichts. Einige Sequenzen erinnern eher an ein überproduziertes Reality-Show-Spektakel als an Magie, die sich tatsächlich aus dem Können der Figuren ergibt. Die Geschichte biegt sich zudem oft zurecht, damit die nächste Szene funktionieren kann – und nicht umgekehrt.

Zu viele Figuren, zu wenig Fokus
Ein wiederkehrender Kritikpunkt vieler Fans ist der Versuch, eine neue Generation von Magiern einzuführen, ohne dabei die alten Horsemen wirklich ins Zentrum zu stellen. Das Resultat: ein überfüllter Cast, der selten harmonisch zusammenfindet. Die neuen Gesichter wirken oft oberflächlich charakterisiert, als wären sie eher Funktionsträger als echte Figuren. Ihre Aufnahme in die Gruppe nimmt den etablierten Charakteren Raum, die dadurch erschreckend wenig zu tun bekommen. Was als Staffelstab-Übergabe gedacht war, fühlt sich eher wie eine unnötige Aufsplittung an.

Rosamund Pike als Antagonistin bringt zwar Präsenz mit, doch ihr Gegenspiel bleibt erstaunlich schwach gezeichnet. Auch die Dialoge laufen häufig ins Leere, wirken hektisch oder schlicht zu laut – als versuche der Film, fehlende Substanz durch Dauergeplapper zu kaschieren.

Ein Plot voller Löcher – und ein Twist ohne Wirkung
Natürlich erwartet niemand von dieser Reihe absolute Logik. Die Unfassbaren waren immer überzeichnet, immer ein wenig drüber. Doch hier verschiebt der dritte Teil die Grenzen der Glaubwürdigkeit so weit, dass die Illusion irgendwann implodiert. Der zentrale Twist wirkt bemüht und emotional flach, eine Variation dessen, was man bereits aus den Vorgängern kennt. Selbst das große Finale, sonst ein Highlight der Reihe, präsentiert mehr Wirbel als Inhalt. Spannung kommt zwar punktuell auf, doch sie hält nie lange an.

Trotzdem: Der Spaß blitzt manchmal auf
So enttäuschend diese Fortsetzung in vielen Aspekten ist – es gibt Momente, in denen man an den alten Charme erinnert wird. Wenn Eisenberg und Harrelson sich die Bälle zuspielen, wenn die Gruppe in einem perfekt getimten Trick zusammenarbeitet, wenn das Tempo kurz entschleunigt und echte Bühnenmagie durchscheint – dann erlebt man Fragmente dessen, was die Reihe einmal so reizvoll machte. Für Fans wird genau das der Grund sein, warum sie den Film zumindest mögen, wenn auch nicht lieben.

Der Film ist dabei nie wirklich schlecht, sondern eher ein Opfer seiner eigenen Ambitionen: zu viel, zu laut, zu überladen. Und gleichzeitig erstaunlich dünn in dem, was ihn eigentlich tragen sollte – Charaktere, cleverer Plot, handfeste Illusionen.

Die Unfassbaren 3 ist ein energiegeladenes, aber überproduziertes Sequel, das zwar kurzzeitig unterhält, aber kaum etwas Nachhaltiges bietet. Der Film versucht, den Geist der Vorgänger neu zu entfachen, verliert sich jedoch in CGI-Zauber, überfüllten Figurenkonstellationen und einem schwachen Drehbuch. Ein netter Kinoabend, ein solider 77-Punkte-Film – aber längst nicht die elegante Illusion, die diese Reihe verdient hätte.

Punktewertung

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