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Clawfinger - Before We All Die Review

Ein kraftvolles Comeback, das den alten Spirit neu entzündet


21.01.2026  Danilo  0 Likes  0 Kommentare 
Clawfinger - Before We All Die Review Bild Clawfinger - Before We All Die Review Screenshot Clawfinger - Before We All Die Review Foto

Clawfinger sind wieder da. Und wie. Ganze 18 Jahre nach ihrem letzten Studioalbum melden sich die schwedischen Rap-Metal-Pioniere mit Before We All Die zurück – laut, wütend, bissig, gesellschaftskritisch und mit genau jener Energie, die sie in den 90ern zu einem der prägendsten Crossover-Acts Europas gemacht hat. Das neue Werk knallt vom ersten Takt an, als hätte die Band nie eine Pause eingelegt.

Dabei ist es nicht nur ein neues Kapitel, sondern eine Erinnerung daran, warum Clawfinger überhaupt Kultstatus erreichten: kompromisslose Haltung, Mut zur Hässlichkeit, ein Gefühl für Hooks, die wie Faustschläge sitzen, und ein unverkennbarer Mix aus Rap, Metal und rotziger Ehrlichkeit.

Ein Album, das brennt – und das Brennen kommentiert
Clawfinger selbst beschreiben das Album als „lauten, wütenden und schwarzhumorigen Kommentar zum Chaos der Welt“ – eine Haltung, die man auf Before We All Die in jeder Sekunde spürt. Tracks wie Going Down (Like Titanic), Environmental Patients oder Big Brother.

sind politische Schlaglichter, die zwischen Anklage und bitterer Ironie pendeln. Die Band reißt Themen wie Umweltkollaps, soziale Heuchelei, Fake-Reality und institutionelles Versagen auf – und tut das mit dem brachialen Humor, den man von ihnen erwartet.

Was dieses Album jedoch besonders kraftvoll macht: Es fühlt sich gleichzeitig wie Protest und wie Selbsttherapie an. Clawfinger schreien nicht nur gegen die Welt, sie schreien auch mit ihr, mitten in ihrem Zerfall.

Musikalisch präsentiert sich die Band wütend wie eh und je: fette Gitarren, pumpende Beats, Zak Tells ikonische Stimme – mal rappender, mal fauchender, mal grölender – und Songs, die keine Sekunde Energie verlieren. Der Sound ist modern verpackt, aber unverkennbar Clawfinger.

Eine Bandgeschichte wie aus dem Nichts – und dann überall
Clawfinger begannen 1990 nicht etwa im Proberaum, sondern in einem Altenpflegeheim, wo die ersten Mitglieder gemeinsam arbeiteten – ein Funfact, der ihre Außenseiterposition fast schon symbolisch markiert. 1993 erschien dann Deaf Dumb Blind, ein bahnbrechendes Debüt, das Rap und Metal auf einzigartige Weise verband.

Clawfinger waren nie subtil – aber sie waren immer wichtig. Sie waren laut, unbequem, politisch und emotional roh. Und sie haben nie vergessen, woher sie kommen: aus dem echten Leben, nicht aus einer Szene-Blase.

Der alte Spirit – klar hörbar, aber nicht stehengeblieben
Was Before We All Die so beeindruckend macht, ist die Balance zwischen vertrauter Clawfinger-Wut und einer Reife, die aus fast zwei Jahrzehnten Lebenserfahrung entsteht. Die Hooks sind hart, die Riffs kompromisslos, die Texte direkt – aber dahinter liegt eine spürbare Reflexion.

Es fühlt sich an wie ein Blick zurück auf den eigenen Werdegang, aber mit der Entschlossenheit, immer noch relevant zu sein. Und dieser Plan geht auf: Die Songs tragen die DNA der frühen Werke, ohne wie eine nostalgische Kopie zu wirken.

Alte Fans werden jubeln – neue werden sich fragen, wie diese Band so lange gefehlt hat.

Tracklist
  1. Scum (03:05)
  2. Ball & Chain (03:16)
  3. Tear You Down (02:54)
  4. Big Brother (03:33)
  5. Linked Together (03:28)
  6. A Perfect Day (03:22)
  7. Going Down (Like Titanic) (04:02)
  8. You Call Yourself a Teacher (02:58)
  9. A Fucking Disgrace (03:11)
  10. Kill The Dream (03:06)
  11. Environmental Patients (03:40)
  12. Before We All Die (04:08)


Clawfinger kehren mit einem Album zurück, das den alten Spirit nicht nur aufleben lässt, sondern mit neuer Wucht auflädt. Before We All Die ist laut, bissig, politisch und emotional – ein Comeback, das zeigt, dass die Band nach all den Jahren nichts von ihrer Bedeutung verloren hat. Musikalisch energiegeladen, textlich brennend aktuell und mit genau dem Sound, der sie einst groß machte.

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