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Acacia Avenue – Chapter V Review

Eine Zeitreise zurück in die goldene Ära des AOR


20.03.2026  Redaktion  22 Likes  0 Kommentare 
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Foto: Gitta Remsted. Mehr zum Thema Transparenz.

Mit „Chapter V“ liefern Acacia Avenue genau das ab, was sich Fans melodischen Hardrocks seit Jahren wünschen – und vielleicht ein Stück weit vermissen. Schon nach den ersten Takten wird klar: Hier geht es nicht um Experimente oder moderne Trends, sondern um ein bewusstes Zurückgreifen auf die Tugenden der 90er. Große Melodien, klare Strukturen, eingängige Refrains – das alles sitzt sofort.

Torben Enevoldsen, der kreative Kopf hinter Acacia Avenue, bleibt seiner Linie treu. Auch auf dem fünften Album setzt er auf ein bewährtes Konzept: starke Songs, mehrere Sänger und ein Sound, der irgendwo zwischen AOR und klassischem Hardrock angesiedelt ist. Das wirkt nicht spektakulär neu, aber eben angenehm vertraut.

Solide Produktion trifft auf eingängiges Songwriting
Was sofort auffällt, ist die saubere, druckvolle Produktion. „Chapter V“ klingt rund, klar und auf den Punkt gebracht. Gitarren, Keyboards und Rhythmussektion greifen gut ineinander, ohne sich gegenseitig zu überladen. Gerade im AOR ist das entscheidend – und hier funktioniert es.

Die Songs selbst setzen stark auf Eingängigkeit. Viele Tracks bleiben schnell im Ohr, ohne dabei zu komplex zu werden. Man merkt, dass hier erfahrene Musiker am Werk sind, die genau wissen, wie man einen funktionierenden Song schreibt.

Natürlich fehlt es an echten Überraschungen. Wer auf innovative Ansätze hofft, wird hier eher nicht fündig. Aber das ist auch gar nicht der Anspruch. „Chapter V“ will kein Genre neu erfinden – es will es feiern.

Stimmenvielfalt als Stärke des Albums
Ein echtes Highlight ist die Vielzahl an Sängern, die dem Album unterschiedliche Facetten verleihen. Von kraftvollen Rock-Vocals bis hin zu melodischen, fast schon emotionalen Momenten ist alles dabei.

Besonders hervorzuheben ist dabei auch der Beitrag des verstorbenen Tony Mills, dessen Stimme dem Album eine zusätzliche Tiefe verleiht. Es sind genau solche Momente, die „Chapter V“ mehr Gewicht geben und es aus der Masse herausheben.

Klassische Einflüsse mit viel Herz umgesetzt
Stilistisch bewegt sich Acacia Avenue klar in bekannten Gefilden. Wer Bands wie Sinner, Skagarack, Karo oder After Hours mag, wird sich hier sofort zuhause fühlen. Die Parallelen sind deutlich hörbar – sei es in den Gitarrenriffs, den Keyboard-Flächen oder den hymnischen Refrains.

Dabei wirkt das Ganze nie wie eine bloße Kopie. Vielmehr ist es eine liebevolle Hommage an eine Zeit, in der Melodie und Songstruktur noch im Mittelpunkt standen. Und genau das transportiert „Chapter V“ ziemlich überzeugend.

Kein Risiko, aber viel Verlässlichkeit
Das vielleicht größte „Problem“ des Albums ist gleichzeitig seine größte Stärke: die fehlende Risikobereitschaft. Alles wirkt sehr durchdacht, sehr kontrolliert, fast schon routiniert.

Das sorgt für ein durchgehend hohes Niveau, nimmt dem Album aber auch ein wenig die Spannung. Es gibt wenige Momente, die wirklich überraschen oder herausstechen. Stattdessen setzt „Chapter V“ auf Konstanz – und das auf einem guten Level.

Ein Album für Fans – und genau das will es sein
Am Ende richtet sich dieses Album ganz klar an eine bestimmte Zielgruppe. Wer modernen Pop-Rock oder genreübergreifende Experimente sucht, wird hier nicht glücklich. Wer aber klassischen AOR und melodischen Hardrock liebt, bekommt genau das, was er erwartet – und vielleicht sogar ein kleines bisschen mehr.

  1. Chapter V Opener
  2. Midnight Drive
  3. Falling Into You
  4. Runaway Hearts
  5. Broken Dreams
  6. Shadows Of Yesterday
  7. Hold On Tonight
  8. Never Let Go
  9. Echoes In The Night
  10. Final Call


„Chapter V“ von Acacia Avenue ist eine sehr gelungene Wiederbelebung des klassischen AOR- und Hardrock-Sounds der 90er. Das Album klingt hochwertig produziert, bietet starke Melodien und eine angenehme Vielfalt durch verschiedene Sänger. Innovation sucht man zwar vergeblich, doch genau darin liegt auch die Stärke: Hier wird nichts verbogen, sondern das Genre in seiner reinsten Form zelebriert. Solide, ehrlich und mit viel Herz gemacht.

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