Suda51 erklärt den Schritt mit dem Wunsch nach mehr kreativer Freiheit. Nachdem das Team die Arbeit an Romeo is a Dead Man abgeschlossen habe, sei bei allen Beteiligten der Wunsch gewachsen, wieder Titel in einer breiteren stilistischen Vielfalt zu entwickeln. Romeo is a Dead Man, erschienen im Februar 2026, war das einzige Spiel, das unter dem Dach von NetEase entstanden ist.
Einvernehmliche Trennung nach eigenen Angaben
Laut Suda51 sei die Entscheidung nach ausführlichen Gesprächen mit NetEase Games gefallen, und zwar mit deren ausdrücklichem Einverständnis. Er betont in der Mitteilung, dass Grasshopper Manufacture die gemeinsame Zeit mit NetEase in guter Erinnerung behalte und sich eine erneute Zusammenarbeit bei passender Gelegenheit gut vorstellen könne.This decision was reached after thorough discussions with NetEase Games, and with their generous cooperation.
Der Zeitpunkt der Ankündigung dürfte kaum zufällig sein. NetEase hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren schrittweise aus mehreren internationalen Studios zurückgezogen. Das kanadische Studio Worlds Untold wurde bereits 2024 geschlossen, Jar of Sparks folgte 2025, und auch das komplette US-Entwicklerteam von Marvel Rivals verlor seinen Job. Vor diesem Hintergrund werten Branchenbeobachter die Unabhängigkeit von Grasshopper Manufacture auch als eine Art vorausschauenden Schritt, um einer möglichen Schließung durch den Mutterkonzern zuvorzukommen.
Für Spieler bedeutet die Rückkehr zur Unabhängigkeit vor allem eines: Grasshopper Manufacture kann in Zukunft wieder freier entscheiden, mit welchen Publishern und in welchen Genres das Studio arbeitet, statt sich ausschließlich nach den Vorgaben eines einzelnen Mutterkonzerns richten zu müssen. Konkrete neue Projekte hat Suda51 in der Mitteilung noch nicht angekündigt.
Ein Studio mit langer, wechselhafter Geschichte
Grasshopper Manufacture zählt seit der Gründung durch Suda51 im Jahr 1998 zu den eigenwilligsten Entwicklerschmieden Japans. Mit Titeln wie Killer7, No More Heroes und Lollipop Chainsaw hat sich das Studio einen Ruf für schwarzen Humor, ungewöhnliche Ästhetik und eine ganz eigene Erzählweise erarbeitet, der sich klar von der Massenware großer Publisher abhebt. Die Übernahme durch NetEase im Jahr 2021 hatte damals für gemischte Reaktionen in der Fangemeinde gesorgt, da viele befürchteten, dieser eigenwillige Stil könnte unter dem Einfluss eines chinesischen Mobile- und Free-to-Play-Konzerns verwässert werden.Mit der jetzigen Trennung dürfte sich zumindest ein Teil dieser Sorgen erledigt haben. Ob und wann Grasshopper Manufacture ein neues Projekt ankündigt, ist derzeit offen. Angesichts der Erfahrung, die sich das Team laut eigener Aussage im Self-Publishing angeeignet hat, erscheint es aber denkbar, dass künftige Spiele nicht mehr zwingend über einen externen Großpublisher, sondern zumindest teilweise in Eigenregie erscheinen könnten.


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