Die Einigung kam am Donnerstagabend zustande und damit nur wenige Stunden vor dem angekündigten Ausstand, der die Produktion des populären Mobile-Games Candy Crush Saga in Kings Studio in Stockholm empfindlich getroffen hätte. Beide Gewerkschaften bestätigten offiziell, dass die zuvor eingereichten Streikbenachrichtigungen mit der Unterzeichnung des Tarifvertrags zurückgezogen wurden.
Monatelange Verhandlungen
Die Verhandlungen zwischen King und den Gewerkschaften zogen sich bereits seit Mai 2025 hin. Weil sich die Fronten trotz zahlreicher Gesprächsrunden nicht annäherten, hatten Unionen und Sveriges Ingenjörer Mitte September Streikbenachrichtigungen eingereicht und den 25. September als Stichtag für einen möglichen Arbeitskampf gesetzt. In den Tagen davor schlossen sich weitere schwedische Gewerkschaften der Streikdrohung aus Solidarität an, was den Druck auf King zusätzlich erhöhte.Kern des Streits war die Forderung nach einem klassischen schwedischen Kollektivvertrag, der Beschäftigten unter anderem mehr Mitsprache bei Arbeitsbedingungen, geregelte Löhne und zusätzliche soziale Absicherungen garantiert. King gehört seit der Übernahme von Activision Blizzard zum Microsoft-Konzern und beschäftigt allein in Stockholm hunderte Entwickler, Designer und weiteres Personal rund um die Candy-Crush-Reihe.
Gewerkschaften sprechen von einem Erfolg
Martin Wästfelt, Verhandlungsleiter bei Unionen, kommentierte die Einigung deutlich:Sie sind lange bei ihrer Forderung nach einem Tarifvertrag geblieben und haben trotz eines langen und schwierigen Weges nicht aufgegeben.
Das zeigt die Kraft, die entsteht, wenn sich Beschäftigte zusammenschließen. Ohne das großartige Engagement unserer Mitglieder bei King wäre es deutlich schwerer gewesen, diese Einigung zu erzielen.
Der Fall reiht sich in eine wachsende Zahl von Tarifauseinandersetzungen in der Gaming-Branche ein, in der es zuletzt vor allem um Massenentlassungen und Studioschließungen ging. Dass sich bei King nun ausgerechnet die Beschäftigten eines der größten Mobile-Game-Studios der Welt durchsetzen konnten, dürfte auch anderswo in der Branche mit Interesse verfolgt werden.
Bedeutung für die Branche
Schweden gilt traditionell als ein Land mit starker gewerkschaftlicher Organisation, doch in der internationalen Gaming-Industrie sind Kollektivverträge auch dort keine Selbstverständlichkeit. Internationale Studios wie King, die zu großen US-Konzernen gehören, folgen oft eher angelsächsischen Arbeitsmodellen ohne feste Tarifbindung. Die Einigung mit Unionen und Sveriges Ingenjörer gilt deshalb als Präzedenzfall, auf den sich Beschäftigte anderer Studios in Skandinavien künftig berufen dürften.Für Spieler von Candy Crush Saga dürfte die Einigung zunächst keine sichtbaren Auswirkungen haben, da ein Streik durch die rechtzeitige Einigung abgewendet wurde. Für die Belegschaft bei King bedeutet der Tarifvertrag ab April 2027 jedoch mehr Sicherheit und Mitspracherecht bei künftigen Arbeitsbedingungen im Unternehmen.



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