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DJI-Kameras filmen Raketenstart: Osmo Action 6 im All im Einsatz

Serienmäßige Action-Cams hielten dem Flug der Zhuque-3-Rakete stand.



DJI-Kameras filmen Raketenstart: Osmo Action 6 im All im Einsatz Bild DJI-Kameras filmen Raketenstart: Osmo Action 6 im All im Einsatz Screenshot DJI-Kameras filmen Raketenstart: Osmo Action 6 im All im Einsatz Foto

Das chinesische Technologieunternehmen DJI hat einen ungewöhnlichen Härtetest für seine Kameratechnik absolviert: Bei einem Raketenstart des privaten Raumfahrtunternehmens LandSpace kamen insgesamt zwölf Kameras vom Typ Osmo Action 6 zum Einsatz. Die Besonderheit dabei: Die Action-Cams wurden ohne jegliche Spezialumbauten oder technische Modifikationen direkt an der Außenhaut der ersten Stufe der Zhuque-3-Rakete befestigt. Während des Fluges und der anschließenden Landung dokumentierten die Kameras das Manöver aus der Ich-Perspektive.

Extreme Bedingungen im Weltraum überstanden

Der Einsatz an einem Raketenrumpf bringt enorme physikalische Belastungen mit sich. Sowohl beim Aufstieg als auch beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre erzeugte die aerodynamische Reibung Temperaturen zwischen 400 und 500 Grad Celsius an der Außenhülle. Hinzu kamen kontinuierliche, hochfrequente Vibrationen der Triebwerke sowie enorme G-Kräfte während der Flugmanöver.

Ein kritischer Moment bei der Aufzeichnung war der Durchflug durch die sogenannte Blackout-Zone in der Atmosphäre, in der jegliche Funkkommunikation zur Bodenstation abreißt. Da die Kameras das Bildmaterial intern speicherten, blieben sämtliche hochauflösenden Videodaten vollständig erhalten. Für Raumfahrtingenieure sind solche nativen Videoaufnahmen wertvoll: Sie ermöglichen eine genaue Analyse der Lagekorrekturen, des Zustands der Struktur und des Bergungsverfahrens wiederverwendbarer Raketenstufen.

Spezialsensor und Stabilisierung unter Extrembedingungen

Um trotz der starken Erschütterungen brauchbares Videomaterial zu liefern, nutzten die Kameras einen überarbeiteten Bildstabilisierungsalgorithmus. Dieser filterte die hochfrequenten Vibrationen des Raketenrumpfs heraus, ohne dass der Bildausschnitt übermäßig beschnitten werden musste. Die Aufnahmen zeigen dadurch Details wie die Zündung der Triebwerke, die Arbeit der Gitterflossen zur Steuerung und das Aufsetzen bei der Landung.

Technisch setzt die Osmo Action 6 auf einen quadratischen 1/1.1-Zoll-Großformatsensor. Die Kamera unterstützt Videofrequenzen von bis zu 4K bei 120 Bildern pro Sekunde und bietet einen Dynamikumfang von 13,5 Blendenstufen. Dadurch konnte die Elektronik die stark schwankenden Lichtverhältnisse bewältigen – von intensiver Sonneneinstrahlung in großer Höhe über Gegenlicht bis hin zu Staub- und Sandaufwirbelungen bei der Landung.

Umfangreiches Kamera-Netzwerk am Boden und in der Luft

Der Raketenstart wurde nicht nur direkt von der Rakete aus gefilmt. DJI setzte rund um das Startgelände ein ganzes Netzwerk unterschiedlicher Aufnahmesysteme ein. Dazu gehörte auch die noch unveröffentlichte Osmo 360 II, die das Geschehen am Boden in Form von 360-Grad-Panoramavideos mit 8K-Auflösung und 60 Bildern pro Sekunde festhielt.

Zusätzlich kamen Flugdrohnen vom Typ DJI Mavic 4 Pro für Luftaufnahmen sowie die DJI Matrice 4TD mit Wärmebildkamera zur thermischen Überwachung des Start- und Landebereichs zum Einsatz. Für bodennahe Aufnahmen nutzte das Team vor Ort zudem die Osmo Pocket 4P. Durch die Verknüpfung der verschiedenen Perspektiven entstand eine lückenlose Dokumentation der gesamten Mission.

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