Zorelo ist gerade erst gestartet – nehmen Sie uns einmal mit an den Anfang: Wie wurde aus der ersten Idee tatsächlich eine fertige Spieleplattform?
Am Anfang stand zunächst kein Plan für ein riesiges Spieleportal. Wir haben bisher meist „nur“ Ratgeberportale onlinegestellt. Ich wollte dieses Mal einen Ort schaffen, an dem man ein Spiel öffnet und sofort loslegen kann: ohne Installation, ohne Registrierung und ohne lange Erklärung.Aus einzelnen Spielideen wurde nach und nach eine Plattform mit gemeinsamen Punkten, Bestenlisten und einem eigenen Profilbereich. Der aufwendigste Teil war dabei nicht, möglichst viele Spiele hinzuzufügen. Jedes Spiel musste auch auf dem Smartphone verständlich und gut bedienbar sein. Da verbessern wir uns auch weiterhin.
Ich wollte einen Ort schaffen, an dem man ein Spiel öffnet und sofort loslegen kann.
Wie ist die Idee zu Zorelo entstanden? Und wie lange hat es von der ersten Idee bis zum Start gedauert?
Mich hat gereizt, wie viel Spielspaß in einer kleinen Aufgabe stecken kann: eine Zahl schätzen, schnell reagieren, etwas in die richtige Reihenfolge bringen oder sich ein Muster merken. Dafür braucht es kein Spiel, in das man sich erst eine Stunde einarbeiten muss.Von der ersten konkreten Idee bis zum Start vergingen einige Wochen. Aber jetzt geht es natürlich immer weiter. Wir schauen auch, was die Userschaft häufig spielt, was gegebenenfalls fehlt – und dann ergänzen wir neue Games.
Warum ausgerechnet Browsergames?
Gerade weil man schon so viele Apps hat. Ein Link reicht, und das Spiel läuft direkt im Browser – auch wenn man nur fünf Minuten Zeit hat. Für Zorelo passt das Format besonders gut: Die Spiele sind kurz, unterschiedlich und sollen auf Desktop und Smartphone zugänglich sein.Browsergames müssen aus meiner Sicht kein Relikt sein. Sie können eine sehr unkomplizierte Art sein, gemeinsam oder für sich selbst zu spielen. Eine App ist aber auch noch in Planung. Das dauert allerdings, da es relativ kompliziert ist.
Browsergames müssen aus meiner Sicht kein Relikt sein.
Zorelo bietet zum Start bereits 36 Spiele. Wie entstehen diese Spiele?
Die Spiele werden für Zorelo konzipiert und als Teil derselben Plattform umgesetzt. Dabei reicht eine nette Grundidee allein nicht. Aufgaben müssen eindeutig sein, die Schwierigkeit muss passen, Eingaben müssen zuverlässig funktionieren und ein Ergebnis muss sich fair anfühlen.Auch kleine Details machen viel aus: Wie lange sieht man das Resultat? Erkennt man auf dem Handy sofort, was zu tun ist? Kann man nach einer Runde ohne Umwege noch einmal spielen?
Die Entwicklungszeit unterscheidet sich je nach Spiel erheblich. Viel „Grund-Code“ ist daher mit Claude etc. entstanden. Eigenständige Programmiererinnen oder Programmierer haben wir (noch) nicht.
Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bei Zorelo?
KI ist für mich ein Werkzeug bei der Entwicklung, etwa um Ideen auszuarbeiten, Code zu prüfen oder mögliche Fehler zu finden. Die Entscheidung, was ein gutes Spiel ist, nimmt sie mir nicht ab.Gerade bei Fragen, Wörtern und Aufgaben merkt man schnell, wenn etwas zwar automatisch erzeugt wurde, aber für Menschen keinen Sinn ergibt. Solche Inhalte müssen geprüft und verbessert werden.
Aber klar: KI ist ein wichtiger Faktor und erleichtert an vielen Stellen die Arbeit. Emotionen, Spielgefühl und Haptik kann die künstliche Intelligenz aber kaum übernehmen – und soll sie auch nicht.
Zorelo ist kostenlos und werbefrei. Wie soll sich das Angebot langfristig finanzieren?
Aktuell ist Zorelo kostenlos und werbefrei. Die laufenden Kosten und die Entwicklung finanziere ich über Werbeeinnahmen anderer Webseiten. Wie das langfristig tragfähig wird, ist eine berechtigte Frage, auf die ich heute noch kein fertiges Geschäftsmodell als Tatsache verkaufen möchte.Wenn sich daran etwas ändert, soll der unmittelbare Zugang zu den Spielen erhalten bleiben. Die Nutzer sollen wissen, woran sie sind. Es hängt auch etwas davon ab, wie viele Nutzerinnen und Nutzer es irgendwann einmal werden und wie die Serverkapazitäten dann aussehen.
Ein fertiges Geschäftsmodell möchte ich heute noch nicht als Tatsache verkaufen.
Wo ziehen Sie die Grenze zwischen motivierendem Spieldesign und künstlich erzeugtem Nutzungsdruck?
Punkte und Bestenlisten machen einen zweiten Versuch spannend. Problematisch wird es, wenn ein Spiel daraus Druck erzeugt oder einem ständig vermittelt, man verpasse etwas.Zorelo soll sich wie eine freiwillige kleine Pause anfühlen. Man kann ein Spiel ohne Konto starten, eine Runde spielen und danach einfach wieder gehen. Erfolge und Ranglisten sind ein zusätzliches Angebot für Menschen, die daran Spaß haben – keine Voraussetzung, um die Spiele zu nutzen.
Was unterscheidet Zorelo von anderen kostenlosen Spieleportalen?
Wer fünf Minuten Zeit hat, soll nicht erst ein Spiel installieren, ein Konto anlegen oder sich durch mehrere Menüs kämpfen müssen. Bei uns kann man direkt eine Runde starten und danach ein ganz anderes Spiel ausprobieren.Mich interessiert dabei die Mischung: Reaktion, Wissen, Schätzen, Merken und kleine Entscheidungen sprechen unterschiedliche Menschen an. Es muss nicht jeder alle 36 Spiele mögen. Wenn jemand drei findet, zu denen er gern zurückkehrt, hat die Plattform ihren Zweck erfüllt.
Rankings und Bestenlisten etc. sind „Bonus“ und klar, sollen sie zum Verweilen anregen. Muss aber nicht sein. Wer nur kurz eine schnelle Runde spielen will, kann das genauso machen wie Wiederkehrer, die immer ihren Highscore knacken wollen!
Welches der derzeit 36 Spiele würden Sie einem neuen Besucher als Erstes zeigen?
Als Einstieg würde ich „Schätz mal“ zeigen. Die Aufgabe versteht man sofort, und das Ergebnis sorgt oft für ein überraschtes Lachen – besonders, wenn man fest überzeugt war, richtigzuliegen.Wer lieber Geschwindigkeit mag, sollte danach „Reaktionsblitz“ ausprobieren. So merkt man schnell, dass sich die Spiele trotz ihrer kurzen Runden unterschiedlich anfühlen.
Und: Wer Fehler findet, bei wem etwas nicht lädt oder unpraktisch ist, darf sich ganz unkompliziert an uns wenden. Wir sind ganz frisch – und mitnichten fehlerfrei. Da sind wir über jeden Tipp dankbar!
Wie sehen die ersten Reaktionen auf Zorelo aus?
Wir sind ja gerade erst gestartet. Deshalb wäre es zu früh, aus ersten Beobachtungen schon allgemeine Aussagen über das Spielverhalten abzuleiten.Was ich bereits merke: Kleine Bedienungsdetails fallen Spielern sofort auf. Wenn eine Aufgabe unklar ist oder eine Runde an einer Stelle stockt, hilft kein schönes Design – dann muss ich es korrigieren. Dieses direkte Feedback ist für die Weiterentwicklung besonders wertvoll.
Da wir keine große Firma sind und auch kein Werbebudget bereitstellen können, müssen wir in unseren Spielen und auf unserer Seite schlicht besser sein und mit tollen Spielen etc. überzeugen.
Im Grunde ist das aber auch eine schöne Herausforderung – so können wir in einigen Wochen und Monaten auf eine hoffentlich schöne und vor allem organische, echte, positive Entwicklung zurückblicken.


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