Mit der vierten Sonderausgabe rückt nun das Sega Mega Drive in den Mittelpunkt. Neben zahlreichen Klassikern wie Sonic the Hedgehog, Streets of Rage 2, Thunder Force IV und Gunstar Heroes widmet sich das mehr als 200 Seiten starke Heft auch Indie-Neuerscheinungen, dem Konsolenkrieg zwischen Sega und Nintendo, ROM-Hacks, der Demo-Szene sowie Sega CD und 32X. Wir haben mit Herausgeber Frank Erstling darüber gesprochen, wie die Auswahl für ein solches Sonderheft entsteht, welchen Stellenwert persönliche Erinnerungen haben und weshalb das Mega Drive auch für jüngere Spieler noch interessant ist.
Warum habt Ihr Euch gerade jetzt dazu entschieden, dem Sega Mega Drive eine komplette Sonderausgabe zu widmen? Gab es einen konkreten Anlass oder war die Zeit einfach reif dafür?
Für dieses Sonderheft gibt es keinen Grund, warum gerade jetzt. Ein vorangegangenes Sonderheft hatte den Hintergrund, dass der Amiga 500 neu aufgelegt wurde, Sonderausgabe 2 kam zum 40. Geburtstag des Commodore 64 heraus. Dasselbe wird beim nächsten Sonderheft 5 der Fall sein: Ein klassisches System wird neu aufgelegt und wir nehmen dies zum Anlass. Weitere, bereits geplante Sonderhefte werden runde Geburtstage zum Anlass haben.Das Mega Drive besitzt eine riesige Spielebibliothek. Nach welchen Kriterien habt Ihr entschieden, welche Titel es ins Heft schaffen und welche draußen bleiben mussten?
Hier kommt die große Redaktion zum Vorteil. Natürlich entscheiden wir bei den besten Klassikern auch nach der allgemeinen Beliebtheit und vor allem nach der Qualität der Games.Bei den besten Klassikern entscheiden wir auch nach Beliebtheit und vor allem nach der Qualität der Games.
Gab es innerhalb der Redaktion Spiele, über deren Aufnahme besonders leidenschaftlich diskutiert wurde?
Da wir eine recht große Redaktion sind, haben wir uns für eine Rubrik „Lieblingsspiele der Redaktion“ entschieden, welche über mehrere Seiten geht.Wie aufwendig war die Recherche für die historischen Artikel? Greift Ihr dabei hauptsächlich auf zeitgenössische Quellen zurück oder spielen auch persönliche Erinnerungen der Redaktion eine große Rolle?
Bei Berichten über Spiele muss bei uns der schreibende Redakteur das Spiel aktuell nochmals spielen. Verklärte Erinnerungen aus der Kindheit werden so entweder bestätigt oder vernichtet, was die Redaktion auch gerne mal im Text formuliert.Vor allem soziale Medien und unsere Leser sind unsere Quellen. Nicht selten schreiben uns Leser, dass sie früher einmal Spiele mitprogrammiert haben oder sogar im Vorstand von deutschen Zweigstellen waren.
Verklärte Erinnerungen aus der Kindheit werden so entweder bestätigt oder vernichtet.
Was macht das Mega Drive aus Eurer Sicht heute noch besonders – gerade im Vergleich zu anderen 16-Bit-Systemen wie dem Super Nintendo?
Return hat einen Untertitel zum Logo: „Return – Faszination klassische Computer und Konsolen“. Das ist es, was bei den Lesern heraussticht. Des Weiteren sieht man die Faszination an der Qualität der Neuerscheinungen von Mega-Drive-Spielen in den letzten Jahren.Retro-Gaming lebt stark von Nostalgie. Wie schafft Ihr es, ein Sonderheft sowohl für Leser interessant zu machen, die mit dem Mega Drive aufgewachsen sind, als auch für jüngere Spieler, die die Konsole erst heute entdecken?
Wir haben keine Altersgrenze. Die Schreibweise soll keinesfalls verklärte Erinnerungen wecken. Wir versuchen, das Mega Drive und dessen Spiele aus heutiger Sicht zu sehen.Die Retro Area auf der gamescom zeigt auch sehr anschaulich, dass die jüngere Generation keinesfalls mitleidig auf uns Alte schaut, sondern ebenfalls Spaß an Konsolen hat, die teils doppelt so alt sind wie sie.
Wir versuchen, das Mega Drive und dessen Spiele aus heutiger Sicht zu sehen.


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