Filme » Reviews

Tron: Ares Review

Eine Rückkehr in die Grid – schöner denn je


26.02.2026  Redaktion  31 Likes  0 Kommentare 
Tron: Ares Review Bild Tron: Ares Review Screenshot Tron: Ares Review Foto

Tron: Ares ist ein Film, der von der ersten Sekunde an klar macht, wo seine Prioritäten liegen: in der Ästhetik. Kaum eine aktuelle Produktion leuchtet, flirrt und pulsiert so eindrucksvoll wie dieser neue Abstieg in die digitale Welt. Die Bildsprache ist überwältigend – jedes Frame könnte als Wallpaper dienen. Die Kombination aus tiefen Schwarztönen, scharfem Neonrot und spektakulären Kamerafahrten erzeugt einen Look, der sich nahtlos an das Vermächtnis von Tron: Legacy anschließt, es aber mit moderner Technik weiter verfeinert. Auch der Soundtrack überzeugt: treibend, basslastig, futuristisch, ohne stumpf Daft Punk kopieren zu wollen.

In Imax entfaltet der Film sein volles Potenzial. Viele Zuschauer berichten, die Immersion sei dort so stark, dass der Film im Nachhinein besser wirkt, als er objektiv ist. Und das trifft es gut: Tron: Ares ist ein Erlebnis – aber eben kein perfektes.

Eine Geschichte, die nicht mitwächst
Während sich die visuellen Elemente weiterentwickelt haben, ist das Drehbuch überraschend simpel geblieben. Der Plot wirkt wie ein grob skizzierter Rahmen, der nur dafür existiert, die nächsten Schauwerte unterzubringen. Figuren erhalten kaum Tiefe, Motivationen sind knapp umrissen, und emotionale Konflikte wirken stellenweise wie Platzhalter. Einige Dialoge sind funktional, aber selten inspirierend. Die Tron-Reihe war nie für literarische Höchstleistungen bekannt, doch Legacy schaffte zumindest eine gewisse emotionale Resonanz – genau diese fehlt Ares.

Jared Leto überrascht positiv und liefert eine der kontrolliertesten Performances seiner jüngeren Karriere. Dennoch bleibt seine Figur seltsam distanziert. Auch Jeff Bridges’ Auftritte tragen mehr nostalgischen als erzählerischen Wert. Die neuen Charaktere bringen Energie, aber kaum wirkliche Bedeutung, und sie bekommen nicht die Zeit, die nötig wäre, um sich zu etablieren.

Ein Franchise zwischen Nostalgie und Neuorientierung
Tron: Ares ist vollgestopft mit Referenzen an das Original von 1982 und an Tron: Legacy. Einige davon sind charmant, andere wirken eher wie Rückversicherungsgesten an das Fandom. Gleichzeitig versucht der Film, die Reihe in eine neue Richtung zu führen, ohne wirklich klarzumachen, wo diese Reise hinführen soll. Das Ergebnis ist eine hybride Erzählung, die vieles andeutet, aber wenig konsequent verfolgt. Besonders Fans der philosophischeren Themen – Identität, Bewusstsein, Freiheit im digitalen Raum – dürften sich mehr Tiefe wünschen.

Dennoch gelingt es dem Film, ein Gefühl zu vermitteln, das sich durch alle Tron-Filme zieht: das Staunen. Ares versteht, wie man die Welt der Grid inszeniert. Selbst wenn die Geschichte schwächelt, bleibt die digitale Leinwand faszinierend.

Wenn Spektakel das Kernproblem überdeckt
Tron: Ares ist zweifellos beeindruckend, doch seine visuelle Größe übertüncht einen Kern, der erzählerisch schlicht bleibt. Die Tron-Reihe hat sich schon immer damit schwergetan, einen perfekt ausbalancierten Mix aus Spektakel und Substanz zu finden. Auch Ares schafft diese Balance nicht ganz. Trotzdem, und das ist wichtig: Der Film ist nie langweilig. Er ist unterhaltsam, energetisch, und manchmal hypnotisch. Er liefert aufregende Action, atmosphärische Räume und ein audiovisuelles Kraftpaket, das seinesgleichen sucht.

Doch nach dem Abspann bleibt nicht viel haften – und genau das verhindert eine höhere Wertung.

Tron: Ares ist ein berauschendes Sci-Fi-Spektakel, das visuell neue Maßstäbe setzt, erzählerisch aber nicht mit der gleichen Konsequenz glänzt. Ein Film, der man gesehen haben sollte – idealerweise im IMAX –, aber einer, der hinter seinem Potenzial zurückbleibt. Mit 82 Punkten landet er klar über dem Durchschnitt, doch der Grid hat mehr Tiefe verdient, als das Drehbuch hier bietet.

Punktewertung

Fehler gefunden? Melden.

Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten, die mit gekennzeichnet sind. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für dich ändert sich dadurch nichts, auch nicht am Preis, aber du unterstützt damit dieses Projekt. Deswegen bereits im Voraus: Danke.