Ereban: Shadow Legacy gehört zu den Spielen, bei denen die eigentliche Idee stärker in Erinnerung bleibt als ihre Umsetzung. Die Möglichkeit, vollständig mit der Dunkelheit zu verschmelzen und Schatten als Fortbewegungs- und Stealth-Werkzeug zu nutzen, gehört zweifellos zu den originellsten Gameplay-Kniffen der vergangenen Jahre. Gerade in den besten Momenten entsteht ein angenehmer Spielfluss, der lautloses Vorgehen mit geschickter Navigation verbindet und immer wieder zeigt, welches Potenzial in diesem Konzept steckt. Gleichzeitig bleibt jedoch der Eindruck, dass viele Systeme nicht konsequent genug weiterentwickelt wurden. Die Geschichte bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück, die Gegner verlangen nur selten taktische Höchstleistungen und zahlreiche Fähigkeiten wirken eher wie nette Ergänzungen als echte Notwendigkeiten. Hinzu kommt eine vergleichsweise kurze Spielzeit, die das Universum nur oberflächlich ausleuchtet. Wer innovative Stealth-Spiele und atmosphärische Indie-Abenteuer schätzt, findet hier dennoch ein unterhaltsames Erlebnis mit eigenständiger Identität. Ein großes Meisterwerk ist Ereban: Shadow Legacy zwar nicht geworden, doch seine ungewöhnliche Schattenmechanik sorgt dafür, dass das Abenteuer trotz seiner Schwächen angenehm im Gedächtnis bleibt.
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