Ein filmisches Konzept über eine lange Nacht
Das Werk versteht sich als durchdachtes Konzeptalbum, dessen Stimmung eher an den Soundtrack eines Independent-Films als an klassische Popmusik erinnert. Die Handlung entfaltet sich chronologisch im Verlauf einer einzigen Nacht, von der Abenddämmerung bis zum morgendlichen Morgengrauen. Im Zentrum stehen innere Konflikte, Ängste und die schrittweise Selbsterkenntnis der Sängerin. Ursprünglich trug das Projekt den Arbeitstitel „The Afterparty“, doch während der Arbeit an den Songs wurde Tove Styrke bewusst, wie sehr der Inhalt mit ihrem eigenen Leben verflochten war. Über den Entwicklungsprozess äußert sich die Musikerin wie folgt:Ich habe das Gefühl, dass wir in einer seltsamen Phase unserer Zeit leben, und das Album reflektiert, was das mit einem Menschen macht. Die Geschichte entfaltet sich so, als würde man während einer einzigen Nacht – von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen – mit einem ganzen Leben voller Gedanken konfrontiert werden.
Ich dachte, ich würde die Hauptfigur beobachten, bis mir klar wurde, dass ich sie selbst bin.
Analoge Synthesizer und vielfältige Einflüsse
Auch in technischer Hinsicht schlägt die Schwedin neue Wege ein. Gemeinsam mit Produzent und Co-Songwriter Magnus Larsson übernahm Styrke selbst die Co-Produktion des Albums. Anstelle digitaler Samples setzten die Beteiligten konsequent auf analoge Synthesizer aus den 1970er- und 1980er-Jahren sowie auf eingespielte Live-Drums von Joel Kiviaho und einen echten E-Bass. Ergänzt wurde das Songwriting-Team durch Linnéa Martinsson. Musikalisch zieht das Album Inspirationen aus ganz unterschiedlichen Richtungen – unter anderem von Kraftwerk, Laurie Anderson, Boards of Canada, Suicide, LCD Soundsystem, Jon Hopkins, Adrianne Lenker und Alex Cameron. Über die Arbeitsweise im Studio berichtet Styrke:Gemeinsam mit Magnus Larsson habe ich das Album koproduziert. Ich arbeite schon immer sehr sorgfältig an jedem Detail meiner Musik, aber dieses Mal haben wir das auf ein neues Niveau gehoben.
Persönlicher Lebenswandel prägt die Musik
Neben musikalischen Vorbildern hinterließen vor allem einschneidende Veränderungen im Privatleben ihre Spuren in der Musik. Das Muttersein sowie eine absolvierte Ausbildung zur biodynamischen Gärtnerin schenkten der Künstlerin eine neue Gelassenheit und eine stärkere Anbindung an die Natur. Dies spiegelt sich unter anderem in der Single „Sunflower“ wider, die als emotionale Zuneigung an ihre Tochter entstand. Über die veränderte Einstellung zum eigenen Schaffen sagt Styrke:Mutter zu werden hat ebenfalls eine sehr starke Veränderung in meinem Leben ausgelöst. Ehrlich gesagt ist es mir inzwischen völlig egal, was andere über mich denken. Das ist befreiend.
Tracklist
- Intro
- Prayer
- Song and Dance Man
- Let’s Go Camping
- Look at Me
- Afterparty Hymn
- Space
- Burial
- 04:39
- Me/You (always and forever)
- Big Exit
- Sunflower
- Keep This Safe
- Ah Ah Ah Ah (there it is again)
- Sitting by the Fire
- Save Me


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