Ein steiniger Weg aus der Versenkung
Spike F*ck galt jahrelang als eine Art Mythengestalt des musikalischen Undergrounds. Sporadische Veröffentlichungen wie die vor zehn Jahren erschienene und von einigen Medien aufgrund ihrer ungeschminkten Inhalte zensierte EP „Smackwave“ begründeten seinen Ruf. In seinen Songs verarbeitete er auf ehrliche Weise Themen wie Drogenkonsum, Geschlechtsidentität und existenzielle Nöte. Nach ersten Erfolgen, Auftritten im Umfeld der Modewelt und spontanen Straßenbahn-Konzerten in Melbourne zog sich der Musiker schlagartig zurück. Seine jahrelange Suchterkrankung und der mühsame Weg der Besserung prägten diese Phase der Abwesenheit.Nun meldet sich Spike F*ck eindrucksvoll zurück. Nach mehreren ausverkauften Clubshows in Los Angeles und New York unterstreicht das Album „evidence“ seine physische Rückkehr auf die Bühne. Ursprünglich war ein anderes Debütprojekt unter dem Titel „Pure O“ geplant, doch der Künstler spürte den Drang, stattdessen das neue Material vorzuziehen. Das Album entstand innerhalb von nur drei Monaten in Zusammenarbeit mit Produzent Adam Hyde.
Musikalische Einflüsse und ehrliche Reflexionen
Stilistisch bewegt sich das Werk in einem Spannungsfeld zwischen Pop- und Post-Punk-Referenzen der 50er- bis 80er-Jahre. Als Einflüsse nennt Spike F*ck unter anderem Pere Ubu, New York Dolls, The Temptations und Bettye Swann. Inspiriert von der kontroversen Lektüre des „Anarchist Cookbook“ aus dem Jahr 1971 wollte er eine Musik erschaffen, die einerseits verstört, gleichzeitig aber nahbar und emotional verständlich bleibt.Ein zentrales Stück des Albums ist die Vorabsingle „Getting Sober“, die von einem zusammen mit Dylan Marriott produzierten Musikvideo begleitet wird. Der Song verarbeitet direkt seine Suchterkrankung und den mühsamen Prozess der Abstinenz. Im Vorfeld der Veröffentlichung äußerte sich Spike F*ck gewohnt ungeschönt zu diesem Thema:
Heroin hat mir das Leben gerettet. Drogen sind eine großartige Lösung. Natürlich eine völlig unhaltbare. Aber Sucht ist nur ein Symptom und nicht die eigentliche Ursache der Probleme des Lebens. Die Folgen machen die Dinge allerdings auch nicht leichter. Eine Lösung wofür? Für dieses riesige, unersättliche schwarze Loch, das niemals von irgendwas oder irgendjemandem gefüllt werden kann.
Konzerte in Deutschland angekündigt
Das Album versteht sich nicht als klassische Beichte oder spirituelle Erleuchtung, sondern als dokumentierter Ist-Zustand. Wer den Künstler live erleben möchte, hat im späten Herbst 2026 die Gelegenheit dazu. Im November stehen im Rahmen seiner Europa-Tournee drei Termine in Deutschland an: Am 12. November gastiert Spike F*ck in München (Milla), am 15. November in Berlin (Urban Spree) und am 16. November in Hamburg (Molotow Top Ten Bar).Tracklist
- Can’t Get It Up
- Had Your Way
- Sweet Release
- Bored To Death
- All By Myself
- Getting Sober
- Blue Light
- Hate Me


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