Hoffnung auf Bewährung und späte Vergebung
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Frank, dargestellt von Kingsley Ben-Adir. Der Mann in den Vierzigern sitzt eine lebenslange Haftstrafe ab, hat jedoch die Aussicht auf eine vorzeitige Entlassung auf Bewährung. Um das Überleben in der brutalen und von Gewalt geprägten Realität des Gefängnisalltags zu sichern, hat er sich über die Jahre hinweg emotional vollständig abgeschottet.Ein Wendepunkt deutet sich an, als Frank in eine neue Haftanstalt verlegt wird. Dort beschließt er, sich den sogenannten "Gold Coats" anzuschließen. Dabei handelt es sich um ein spezielles Programm, in dem Häftlinge die Pflege von Mitinsassen übernehmen, die an Alzheimer oder Demenz erkrankt sind. Franks ursprüngliche Motivation ist rein pragmatischer Natur: Er erhofft sich durch das freiwillige Engagement bessere Chancen bei der zuständigen Bewährungskommission.
Eine unerwartete Dynamik hinter Gittern
Die tägliche Arbeit mit den pflegebedürftigen Insassen fordert Frank jedoch weit mehr ab, als er es je erwartet hätte. Schließlich bekommt er die Betreuung von Louis Nelson (gespielt von Rob Morgan) zugewiesen. Louis war in früheren Zeiten im Gefängnis eine gefürchtete Persönlichkeit, deren Macht und Autorität von allen respektiert wurde. Durch seine fortgeschrittene Erkrankung ist der einst mächtige Mann nun vollkommen hilflos und auf fremde Unterstützung angewiesen.Die Betreuung von Louis bringt Frank immer wieder an seine physischen und psychischen Grenzen. Gleichzeitig entwickelt sich zwischen den beiden Männern eine unerwartete und tiefgründige Beziehung. Der Film stellt dabei komplexe moralische Fragen nach Würde, Schuld und Mitgefühl an einem Ort, der eigentlich auf Isolation und Bestrafung ausgelegt ist. Neben Kingsley Ben-Adir und Rob Morgan gehören unter anderem Rosalind Eleazar, Indira Varma, René Pérez Joglar, Andy Cheung und Calum MacPherson zum Ensemble.
Internationale Erfolge vor dem Kinostart
Bevor der Film seine Premiere in Hamburg feierte, konnte "Frank & Louis" bereits international auf sich aufmerksam machen. Die Weltpremiere fand im Januar 2026 auf dem Sundance Film Festival statt. Im August folgte die europäische Erstaufführung auf der Piazza Grande beim Film Festival von Locarno, wo die Produktion mit dem Publikumspreis "Prix Public UBS" ausgezeichnet wurde.Hinter dem Projekt stehen die Produzenten Reto Schaerli und Lukas Hobi von der Schweizer Firma Zodiac Pictures, die den Film in Koproduktion mit Caspian Films, dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) sowie SRG SSR umgesetzt haben. Das Drehbuch verfasste Petra Volpe gemeinsam mit Esther Bernstorff, während Judith Kaufmann für die Kameraarbeit und Hansjörg Weissbrich für den Schnitt verantwortlich zeichneten.



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