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GTA 6: Warum Rockstar bewusst auf reinen Fotorealismus verzichtet

Rob Nelson erklärt Rockstars Design-Philosophie hinter Leonida



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Foto: Rockstar Games. Mehr zum Thema Transparenz.

Wie sorgt man dafür, dass ein Open-World-Spiel auch in einem Jahrzehnt noch gut aussieht? Rob Nelson, Co-Studioleiter von Rockstar North, hat in einem Interview mit dem französischen Magazin Trois Couleurs erläutert, warum das Studio bei Grand Theft Auto VI bewusst nicht auf maximalen Fotorealismus setzt.

„Das Ziel ist nicht, realistisch zu sein“

Nelson sprach im Rahmen von Hands-off-Präsentationen des Spiels in Edinburgh mit der Redaktion und erklärte dabei die Design-Philosophie hinter Leonida und Vice City.
Es ist sehr subtil, aber es ist nicht vollständig realistisch, und das ist nicht unser Ziel. Das Gleiche gilt für das Gameplay: Das Ziel ist nicht, realistisch zu sein.
Rob Nelson
Laut Nelson steigt mit wachsender technischer Leistungsfähigkeit grundsätzlich auch die Möglichkeit, ein Spiel nahezu fotorealistisch aussehen zu lassen. Rockstar verfolge diesen Weg aber bewusst nicht bis zum Ende, sondern suche einen eigenen visuellen Stil, der sich subtil, aber bewusst von echten Kameraaufnahmen unterscheidet. Ziel sei ein Eindruck von Realismus, nicht die technische Ununterscheidbarkeit von echtem Filmmaterial.

Diese Zurückhaltung begründet Nelson mit der Art und Weise, wie Videospielgrafik altert. Titel, die vor einigen Jahren konsequent auf maximale Fotorealität setzten, wirkten inzwischen häufig seltsamer und technisch überholter als bewusst stilisiert gestaltete Spiele aus derselben oder sogar früheren Epochen. Rockstar positioniere GTA 6 deshalb gezielt auf das, was Nelson als die richtige Seite des Uncanny Valley bezeichnet: nah genug an der Realität, um technisch zu beeindrucken, aber stilisiert genug, um nicht schon nach wenigen Jahren veraltet zu wirken.

Der Begriff Uncanny Valley beschreibt jenen Effekt, bei dem extrem realistisch wirkende, aber nicht perfekte Figuren auf Betrachter eher befremdlich als überzeugend wirken. Genau diesen Bereich will Rockstar laut Nelson vermeiden, indem die Figuren erkennbar als gestaltete Charaktere und nicht als Abbild realer Personen wahrgenommen werden. Der Ansatz reiht sich in eine längere Tradition des Studios ein. Schon Grand Theft Auto: San Andreas setzte auf einen deutlich überzeichneten, comichaften Look, GTA IV wirkte trotz seiner Bodenständigkeit erkennbar stilisiert, und auch Red Dead Redemption 2 verließ sich stärker auf malerische Lichtstimmungen und überzeichnetes Animationstiming als auf kühlen Fotorealismus.

Nelson ergänzte, er hoffe, dass sich das Spielen von GTA 6 auch in zehn Jahren noch wie eine Rückkehr in die eigene Gegenwart anfühlen werde und nicht wie ein technisch veraltetes Relikt. Zugleich betonte er, dass Rockstar bei aller gestalterischen Sorgfalt darauf achte, das Tempo des Spiels nicht unnötig auszubremsen: Die visuelle Kohärenz solle dem Gameplay dienen und ihm nicht im Weg stehen.

Grand Theft Auto VI erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X/S . Zum Start soll das Spiel als reines Singleplayer-Erlebnis ohne Online-Modus und ohne Mikrotransaktionen auf den Markt kommen.

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