Der Weg vom Aufbruch zur Selbsterkenntnis
Für Gomez Walker markiert das Erstlingswerk eine Phase tiefgreifender persönlicher Veränderungen. Der Albumtitel leitet sich direkt von einer prägenden Erinnerung ab: Auf der Fahrt von ihrer Heimat in Missouri in Richtung Chicago passierte sie regelmäßig ein Straßenschild kurz vor der Grenze zu Illinois, auf dem „Last Missouri Exit“ zu lesen war. Das Überqueren dieser Grenze symbolisierte für sie das Ende der Kindheit und den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Diese geografische und emotionale Zäsur spiegelt sich in den Songs wider, die den Schmerz des Heimwehs mit dem unbändigen Nervenkitzel des Neuanfangs verbinden. Musikalisch knüpft die Band damit an ihre vorherige Single „Seventeen“ an, die bereits in Fachkreisen für Aufmerksamkeit sorgte.Einen besonders düsteren Ursprung hat die aktuelle Auskopplung „Bitter Root Lake“. Casey ließ sich bei dem Song von einem realen Kriminalfall aus dem Jahr 1982 inspirieren, bei dem ein kanadisches Paar in Montana mit einem Flugzeug abstürzte und der Partner seine sterbende Begleiterin im Stich ließ. Über diesen thematisch schweren, aber musikalisch eingängigen Track sagt Casey:
Diese Geschichte ist düster, aber ich habe das Gefühl, sie könnte jedem passieren, der liebt. Der Traum holt dich ein und plötzlich steckst du in einer furchtbaren Situation. Es geht um das Danach, wenn alles schiefgegangen ist, und um die Sehnsucht nach der Straße, auf der man richtig abgebogen wäre.
Handgemachte Aufnahmen im Keller-Studio
Die Entstehungsgeschichte von Case Oats reicht zurück bis ins Jahr 2018, als das Projekt zunächst kaum mehr als eine vage Idee war. Nach einem mutigen Bluff von Gomez Walker, die kurzerhand zusagte, eine Show in Chicago zu spielen, formierte sich nach und nach ein echtes Bandgefüge, das auf blindem Vertrauen basiert. Um diesen organischen Live-Sound auch auf Platte einzufangen, zog sich die Gruppe für die Aufnahmen in einen Keller zurück. Produziert von Spencer Tweedy, Ashworth und Subar, entstanden die Tracks ganz bewusst im minimalistischen Stil. Ohne übertriebene Perfektionierung spielten die Musiker die Stücke genauso ein, wie sie sie zuvor auf der Bühne verinnerlicht hatten.Freu dich also auf ein warmes, einladendes Album, das die gemeinsamen musikalischen Kräfte der Band perfekt einfängt und mit jedem Hören weiter wächst.
Tracklist
- Buick Door
- Nora
- Bitter Root Lake
- Kentucky Cave
- Seventeen
- Wishing Stone
- In a Bungalow
- Tennessee
- Hallelujah
- Bluff


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