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GTA 6: Take-Two-Chef Zelnick kontert scharfe Investoren-Kritik

CEO verteidigt sich bei Aktionärstreffen mit Verweis auf Firmenkrise 2007



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Foto: Rockstar Games / Take-Two Interactive. Mehr zum Thema Transparenz.

Bei der virtuellen Hauptversammlung von Take-Two Interactive am 17. September 2026 kam es zu einem ungewöhnlich offenen Schlagabtausch zwischen der Unternehmensführung und einem Aktionär. In einer schriftlich eingereichten Frage warf ein Investor dem Management um CEO Strauss Zelnick vor, die Anteilseigner hätten "jahrelange Verzögerungen, verfehlte Erwartungen und eine fortgesetzte Abhängigkeit von wenigen großen Marken" hinnehmen müssen. Die Frage endete mit der pointierten Nachfrage, ob der Vorstand das aktuelle Management überhaupt noch für die richtige Besetzung halte oder bereit sei, leitende Führungskräfte auszutauschen, sollten sich die operative Leistung und die Entwicklung des Aktionärswerts nicht verbessern.

Zelnicks Antwort

Zelnick nahm sich für seine Erwiderung auffällig viel Zeit und verlas die Frage nach Berichten mehrerer Fachmedien vollständig, statt sie nur zusammenzufassen. Anschließend widersprach er der Darstellung des Investors deutlich und verwies auf die Geschichte des Unternehmens unter seiner Führung:
Ich würde Ihrer Charakterisierung in der Frage allerdings widersprechen. Als dieses Management-Team im März 2007 die Führung des Unternehmens übernahm, lag der Aktienkurs bei 17 Dollar, und der Umsatz des Unternehmens betrug weniger als eine Milliarde Dollar.
Strauss Zelnick
Zelnick erinnerte daran, dass Take-Two zu diesem Zeitpunkt von mindestens vier Regierungsbehörden untersucht wurde, seit 13 Monaten keine Jahresberichte mehr eingereicht hatte und trotz entsprechender Verpflichtung keine reguläre Hauptversammlung abgehalten hatte. Mit GTA habe man damals nur eine einzige große Marke besessen, während der übrige Geschäftsbereich Verluste geschrieben habe - das Unternehmen sei nach seinen Worten "sehr nah an einer Insolvenz" gestanden. Dieser Ausgangslage stellte er die heutige Situation von Take-Two gegenüber, die von Rekord-Vorbestellungen für GTA 6 und einer angehobenen Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 geprägt ist.

GTA 6 bleibt beim Termin

Trotz der Kontroverse bekräftigte Zelnick während der Hauptversammlung, dass Grand Theft Auto VI weiterhin für den 19. November 2026 auf PlayStation 5 und Xbox Series X|S geplant ist. Die scharfe Nachfrage des Aktionärs reiht sich in eine länger andauernde Debatte um die mehrfachen Verschiebungen von GTA 6 ein, die den ursprünglich für Herbst 2025 vorgesehenen Starttermin um gut ein Jahr nach hinten verschoben haben. Eine gesonderte Stellungnahme des Vorstands zur konkreten Forderung nach einem Führungswechsel blieb bei der Versammlung aus.

Die Auseinandersetzung zeigt, dass der bevorstehende Marktstart von GTA 6 für Take-Two nicht nur sportlich, sondern auch finanziell unter genauer Beobachtung der Investoren steht. Während das Unternehmen auf die kommerzielle Bedeutung des Spiels und die historisch gewachsene Stärke der Marke verweist, bleibt die Kritik an den zahlreichen Terminverschiebungen der vergangenen Jahre für einen Teil der Anteilseigner offenbar weiterhin ein wunder Punkt.

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