Beabadoobee verarbeitet emotionale Ungewissheit auf Pylon
Mit ihrem neuen Album „Pylon“ meldet sich Beatrice Laus alias Beabadoobee über Dirty Hit / Interscope zurück. Die auf den Philippinen geborene und in London aufgewachsene Künstlerin hat für das Werk eine beeindruckende Riege an Gastmusiker:innen um sich versammelt. Neben Hayley Williams von Paramore und Brendan Yates von Turnstile wirken auch Chino Moreno (Deftones), Evan Stephens Hall (Pinegrove) sowie Shane Moran (Title Fight) mit. Zudem zeichnen Matty Healy und George Daniel von The 1975 für die Produktion eines Titels verantwortlich.Inhaltlich widmet sich das Album dem Aushalten von Unsicherheiten und aufgewühlten Emotionen. Beatrice Laus erklärt zur Ausrichtung der Platte:
Bei Pylon geht es darum zu akzeptieren, dass negative Gefühle zurückkehren werden – die Unsicherheit und die Verwirrung anzunehmen. All das ist ein notwendiger Teil des Wachstums und der Selbsterkenntnis. Man muss durch diesen ganzen Mist durch, und ich muss darüber schreiben.
Camilles triptychonartiges Werk über Mutterschaft und Freude
Die französische Sängerin und Komponistin Camille veröffentlicht über Because Music ihr neues Album „The Sound of Milk“. Die Autodidaktin, die 2005 mit dem Album „Le Fil“ ihren Durchbruch feierte und zuletzt für ihre Filmmusik zu „Emilia Pérez“ mit Auszeichnungen wie dem Golden Globe, César und Oscar gewürdigt wurde, hat über einen Zeitraum von mehr als fünfzehn Jahren an der Platte gearbeitet.Konzipiert als Triptychon in drei Kapiteln erforscht das Album das Zusammenspiel von Mutterschaft, Weitergabe und Schöpfung. Camille beschreibt ihren künstlerischen Ansatz folgendermaßen:
Nur die Freude tröstet mich, und es ist meine Aufgabe als Mensch, als Frau und als Mutter, sie zu pflegen, von ihr zu träumen und die Welt durch Gesang zu heilen, indem ich sie wieder zum Schwingen bringe.
Spontaner Dream-Rock von Roomer und analoge Menschlichkeit bei Gia Ford
Auch in der Indie- und Rock-Szene gibt es prägnanten Nachschub. Das Berliner Trio Roomer bringt über Squama Records sein zweites Album „Staircase Made of Rope“ heraus. Im Gegensatz zum durchstrukturierten Debüt entstand dieses Werk aus spontanen First Takes und Improvisations-Sessions im Studio von Squama-Mitgründer Martin Brugger sowie an ungewöhnlichen Orten wie Treppenhäusern und Schlafzimmern. Die Bandmitglieder Ronja Schößler, Luka Aron und Ludwig Wandinger verbinden dabei ihre Erfahrungen aus Avantgarde, Neo-Folk und Elektronik mit den Soundeinflüssen ihrer Jugend. Live sind Roomer am 22. Oktober 2026 in der Berliner Neuen Zukunft und am 17. November 2026 im Milla in München zu sehen.Abgerundet wird der Veröffentlichungstag durch Gia Ford und ihr zweites Album „A Room Within A Room“, das via Chrysalis Records erscheint. Die 29-jährige Musikerin aus Sheffield rückt auf dem Longplayer bewusst das Miteinander im Aufnahmeraum in den Vordergrund und setzt sich gegen rein digital durchoptimierte Produktionen ab:
In der heutigen Zeit, in der alles so stark voneinander getrennt und digital ist, wollten wir, dass man die Menschen dahinter hört und spürt, dass tatsächlich Menschen in dem Raum anwesend waren, in dem wir die Musik aufgenommen haben. Bei vielen heutigen Musikproduktionen höre ich nicht mehr heraus, dass sie von Menschenhand geschaffen wurden. Sie wirken bis zur Unkenntlichkeit optimiert, und ich frage mich oft, warum sie überhaupt entstanden sind. Ich verstehe nicht, welche Botschaft sie vermitteln wollen.


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