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GTA 6: Kündigungsprozess gegen Rockstar startet in Glasgow

Ehemalige Mitarbeiter werfen dem Studio bei Anhörung Union-Busting vor



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Foto: Rockstar Games. Mehr zum Thema Transparenz.

Vor dem Glasgow Tribunals Centre in Schottland hat am 10. September 2026 die entscheidende Anhörung im Rechtsstreit zwischen Rockstar Games und mehreren ehemaligen Mitarbeitern begonnen. Im Zentrum des Verfahrens steht die fristlose Entlassung von 34 Beschäftigten im Oktober 2025, davon 31 in Grossbritannien und drei in Kanada. Ein Grossteil der Betroffenen arbeitete zu diesem Zeitpunkt an Grand Theft Auto VI. Die Gewerkschaft Independent Workers' Union of Great Britain (IWGB), die einen Grossteil der Kläger vertritt, bezeichnet die Entlassungen als eine der grössten gewerkschaftsfeindlichen Massnahmen in der Geschichte der Spielebranche. Die Anhörung ist auf fünf Wochen angesetzt und soll bis zum 16. Oktober 2026 dauern.

Zum Auftakt der Verhandlung versammelten sich am Morgen des 10. September rund 30 ehemalige Beschäftigte und Unterstützer zu einer Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude, bevor die eigentliche Anhörung begann. Solltest du die Vorgeschichte nicht kennen: Rockstar hatte die Kündigungen bereits im vergangenen Herbst ausgesprochen, kurz nachdem interne Informationen zu unangekündigten Projekten in einem gewerkschaftlich betriebenen Discord-Server aufgetaucht waren.

Vorwürfe von Union-Busting gegen offizielle Darstellung von Rockstar

Rockstar begründet die Entlassungen damit, dass die Betroffenen vertrauliche Unternehmensinformationen über unangekündigte Projekte weitergegeben hätten. In einer offiziellen Stellungnahme zum Prozessauftakt erklärte das Unternehmen:
Einzelpersonen wurden wegen grober Pflichtverletzung im Zusammenhang mit der Weitergabe vertraulicher Unternehmensinformationen entlassen, nicht wegen ihrer Mitgliedschaft oder Aktivität in einer Gewerkschaft. Wir weisen die Vorwürfe zurück und werden uns vor dem Arbeitsgericht entschieden dagegen verteidigen.
Rockstar Games
Die IWGB widerspricht dieser Darstellung deutlich. Nach Angaben der Gewerkschaft wurden die Betroffenen ohne ordentliches Disziplinarverfahren und ohne Möglichkeit zum Widerspruch fristlos gekündigt, weil sie sich gewerkschaftlich organisiert hatten. IWGB-Präsident Alex Marshall betonte zum Auftakt der Anhörung, es gehe in diesem Verfahren um mehr als nur ein einzelnes Studio, sondern grundsätzlich um das Recht von Beschäftigten, sich ohne Angst vor Vergeltung gewerkschaftlich organisieren zu können.

Besonders eindringlich äusserte sich die frühere Rockstar-Programmiererin Rachel Crawford, die knapp zehn Jahre für das Studio gearbeitet hatte, bei der Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude. Sie beschrieb die moderne Arbeitswelt als von Angst geprägt:
Die moderne Arbeitswelt läuft auf Angst. Angst davor, den Mund aufzumachen, Angst vor Bestrafung, Angst davor, gefeuert zu werden und die eigene Existenz oder sogar das eigene Zuhause zu verlieren. Aber heute kämpfen wir gegen diese Angst.
Rachel Crawford
Die Kläger fordern vor dem Arbeitsgericht wahlweise eine Wiedereinstellung oder eine finanzielle Entschädigung sowie die gerichtliche Feststellung, dass die Kündigungen unrechtmässig waren.

Verfahren endet kurz vor dem Verkaufsstart

Das fünfwöchige Verfahren soll rund einen Monat vor dem geplanten Verkaufsstart von GTA 6 am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X/S abgeschlossen sein. Für Rockstar fällt der öffentlich ausgetragene Streit damit in eine Phase, in der das Studio eigentlich die Vermarktung des am meisten erwarteten Spiels seiner Geschichte in den Vordergrund stellen möchte. Wie die Anhörung ausgeht und ob das Gericht der Darstellung von Rockstar oder jener der IWGB folgt, dürfte sich erst gegen Mitte Oktober zeigen, wenn die fünfwöchige Beweisaufnahme abgeschlossen ist.

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