Musik

Trina Chakrabarti veröffentlicht Protest-Single „Take A Stance“

Die kanadische Musikerin setzt auf direkte Worte und soziale Haltung.



Trina Chakrabarti veröffentlicht Protest-Single „Take A Stance“ Bild Trina Chakrabarti veröffentlicht Protest-Single „Take A Stance“ Screenshot Trina Chakrabarti veröffentlicht Protest-Single „Take A Stance“ Foto

Die kanadische Singer-Songwriterin Trina Chakrabarti hat ihre neue Single „Take A Stance“ veröffentlicht. Anders als bei ihren bisherigen Veröffentlichungen verzichtet die Künstlerin aus Guelph, Ontario, dieses Mal bewusst auf Metaphern und Allegorien. Das Stück setzt stattdessen auf ein reduziertes Arrangement aus Ukulele und Gesang, um gesellschaftliche Mitverantwortung und globale Ungerechtigkeiten unmissverständlich anzusprechen.

Von Mythen zu direkter Haltung

Auf ihrer 2024 erschienenen Debüt-EP „Underworld“ verarbeitete Chakrabarti persönliche Traumata, Trauer und chronische Erkrankungen noch mithilfe der griechischen Mythologie – genauer gesagt über die Sage von Hades und Persephone. Damals entstand das Konzeptprojekt in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Wonder Truly sowie einer Community von Musikerinnen und Musikern, die sie über Live-Streams auf Twitch kennengelernt hatte. Mit „Take A Stance“ vollzieht sie nun einen bewussten Schritt hin zu einer unverschleierten Ansprache.
Ich wollte, dass dieser Song reduzierter ist und die Texte wirklich im Vordergrund stehen. Genauso wie ich die Wut aus meinen persönlichen Erfahrungen annehmen möchte, glaube ich daran, die Wut über globale Themen aufzugreifen.
Trina Chakrabarti
Die Entstehung des Titels geht auf zwei konkrete Beobachtungen zurück. Als ausgebildete Musiktherapeutin erlebte Chakrabarti im Berufsalltag, dass Kolleginnen und Kollegen der professionellen Formulierung oft mehr Bedeutung beimassen als dem menschlichen Leid hinter den beschriebenen Ereignissen. Diese Erfahrung verarbeitete sie in der ersten Strophe. Die zweite Strophe entstand unter dem Eindruck der öffentlichen Reaktionen auf die Rolleskalation im Nahen Osten und rund um den Iran. Daraus entwickelte sich eine fundamentale Kritik an gesellschaftlichem Wegsehen und heuchlerischer Distanzierung.
Dieser Song enthält keine Metaphern. Er benennt die Scheinheiligkeit so direkt, weil Metaphern bei diesem Thema einfach nicht ausreichen.
Trina Chakrabarti
Im erweiterten Outro des Songs geht die Musikerin in eine Art Sprechgesang über, in dem sie eine lange Liste von Regionen nennt, die unter Besatzung oder Krisen leiden – darunter Palästina, Kongo, Sudan, Hawaiʻi, Kaschmir, der Iran, Venezuela, Kuba, Haiti, Libanon, Syrien, Myanmar und die Ukraine. Jeder Durchgang endet mit der Forderung „free them all“. Inhaltlich nimmt sie dabei Bezug auf die Bürgerrechtsbewegung und Aktivistinnen wie Maya Angelou, Malcolm X und Opal Lee. Auch Chakrabartis eigene Familiengeschichte ist durch die historischen Folgen von Kolonisierung und der Teilung Indiens geprägt. Ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf der Single geht direkt an die Familie einer befreundeten Person in Palästina.

Produktion und therapeutischer Hintergrund

Für Produktion, Mix und Mastering von „Take A Stance“ zeichnet Ruthie Santiago verantwortlich, während Chakrabarti Gesang, Ukulele, Melodie und Texte beisteuerte. Neben ihrer Tätigkeit als Musikerin arbeitet Chakrabarti weiterhin in Teilzeit als registrierte Musiktherapeutin. Sie besitzt ein Diplom sowie einen Master-Abschluss der Concordia University und eine Ausbildung am Royal Conservatory of Music. Als Angehörige der Desi-, Queer- und Disabled-Community versteht sie ihre künstlerische Arbeit als Verbindung von persönlicher Erfahrung und sozialem Engagement.
Man braucht keine riesige Plattform, um aktiv zu werden. Die eigene Stimme zu nutzen, wird jeden Tag wichtiger, und es ist nie zu spät, sich zu Wort zu melden.
Trina Chakrabarti
Als Nächstes plant Chakrabarti die Veröffentlichung der Single „Something Like Hope“, die als Einleitung für ihr kommendes vollständiges Albumprojekt dienen soll.

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