Der Song gibt einen faszinierenden Einblick in den vielschichtigen Stil der Künstlerin: Er beginnt mit zarten, schwerelos schwebenden Folk-Gitarren, bevor er in einen entspannten Reggae-Rhythmus übergeht. Einen besonderen Akzent setzt June McDoom dabei selbst mit einer alten Blockflöte, die sie in Brüssel entdeckte und auf der sie sich das Spielen zu jener Zeit autodidaktisch beibrachte.
Das kommende Album „Follow The Light“ entstand in enger Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Partner Evan Wright. Die Songs wurden bewusst langsam und in Handarbeit entwickelt. Für das Duo bedeutet Songwriting, verschiedene Klangschichten über längere Zeiträume aufzubauen, ungewöhnliche Texturen zu suchen und gleichzeitig eine wohltuende Zurückhaltung zu wahren. Der Sound lebt von der gegenseitigen Durchdringung verschiedener Genres: Es handelt sich weder um ein reines Dub- noch um ein klassisches Folk-Album, sondern um das Zusammenspiel von Melodien und Rhythmen aus unterschiedlichen Welten. Im Bassbereich machen sich Einflüsse aus Dub und der berühmten „Wall of Sound“ bemerkbar, während an den Rändern Reminiszenzen an Dionne Warwick, Minnie Riperton, Pentangle und die schimmernden Gitarrenklänge von Cocteau Twins' Album „Victorialand“ mitschwingen.
Musikalische Wurzeln und jamaikanisches Erbe
June McDooms musikalischer Ansatz ist tief in ihrer Biografie verwurzelt. Sie wuchs in einem jamaikanischen Haushalt im Süden Floridas auf, umgeben von einer großen Familie, dichter Gemeinschaft und ständiger Musik. Ihr Vater, von Beruf Schreiner und leidenschaftlicher Klangforscher, baute seine eigenen Lautsprecher und betrieb in mehreren Räumen gleichzeitig unterschiedliche Soundsysteme. Die tiefen Bässe seiner nächtlichen DJ-Sets drangen durch den Fußboden in ihr Kinderzimmer, während sie sich parallel in der Welt der Folk-Musik verlor. Über Soundtrack-Aufnahmen wie „The Sound of Music“ oder den Beiträgen von Simon & Garfunkel zum Film „The Graduate“ entdeckte sie eigenständig ihre Liebe zu Folk-Harmonien.Ein wichtiger Bezugspunkt in ihrer Familie war zudem ihr Großvater Colin Smith. Als angesehener Mento-Musiker spielte er Banjo sowie Gitarre, baute eigene Rumba-Boxen und widmete sich der Bewahrung von Jamaikas ältester ländlicher Akustik- und Erzähltradition. Mento gilt als fundamentale Wurzel, aus der später Genres wie Ska, Rocksteady, Reggae und Dub hervorgingen. Er war es auch, der June McDoom ihre erste Gitarre schenkte und damit den Grundstein für ihren eigenen musikalischen Weg legte. Auf „Follow The Light“ verarbeitet sie diese vielfältigen Einflüsse zu einer persönlichen Klangwelt, die gegensätzliche Traditionen harmonisch vereint.
Tracklist
- Human Angel
- Without You
- Outside The Window
- Forever
- Get Out Of My Life
- Grandpa
- Dream Dub
- Memory
- Mountain
- Searching To Find
- Weaver
- Follow The Light


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