Rekordkulisse und sportliche Höchstleistungen
Mit insgesamt 398 gemeldeten Mannschaften setzt das Turnier in Samarkand neue Maßstäbe. Im Open-Bereich treten 208 Teams an, während im Wettbewerb der Frauen 190 Vertretungen um Medaillen kämpfen. Damit übertrifft die diesjährige Auflage den bisherigen Höchstwert der Olympiade von 2024 in Budapest, bei der 380 Teams am Start waren. Über insgesamt elf Runden hinweg wird in der UNESCO-Weltkulturerbestadt um den begehrten Mannschaftstitel gerungen.Parallel zur Hauptveranstaltung findet am selben Ort ein weiteres bedeutendes Ereignis statt: Vom 10. bis zum 18. September wird die 3. Schach-Paralympiade ausgetragen. Auch hier verzeichnen die Veranstalter mit 41 teilnehmenden Teams einen historischen Rekord.
Die Favoriten und Usbekistans Aufstieg
Nach der offiziellen Setzliste geht die Vertretung der Vereinigten Staaten als topgesetztes Team im Open-Wettbewerb an den Start, gemessen am Rating-Durchschnitt ihrer Spieler. Dicht dahinter folgt Titelverteidiger Indien auf Platz zwei, während Gastgeber Usbekistan an dritter Stelle rangiert.Der usbekische Schachverband blickt auf eine beeindruckende Entwicklung zurück: Innerhalb eines Jahres kletterte das Herrenteam in der FIDE-Weltrangliste unter 204 Nationen um 15 Plätze nach oben und belegt aktuell Rang sechs. Das Frauenteam verbesserte sich um 17 Ränge auf Platz 21. Dieser Aufschwung spiegelt sich auch in der Kaderzusammenstellung wider. Neben etablierten Leistungsträgern erhalten mit Nilufarkhon Imomkuziyeva und Khumoyun Begmurodov zwei erst 16-jährige Talente die Gelegenheit für ihr Olympiade-Debüt.
An der Spitze der usbekischen Herrenmannschaft stehen absolute Weltklasse-Akteure: Javokhir Sindarov auf Platz vier der Weltrangliste und Nodirbek Abdusattorov auf Rang sieben gehören aktuell zu den zehn stärksten Spielern der Welt. Ergänzt wird die Mannschaft durch Nodirbek Yakubboev (Platz 39) und Shamsiddin Vokhidov (Platz 61).
Ein dicht gepackter Schach-Herbst
Neben den Wettkämpfen am Brett dient Samarkand vom 19. bis zum 28. September als Austragungsort für den 97. FIDE-Kongress. Im Rahmen dieser Tagung des Weltschachverbands steht unter anderem die Wahl des FIDE-Präsidenten auf dem Programm.Besonders im Fokus steht zudem der usbekische Großmeister Javokhir Sindarov. Für den Youngster ist die Olympiade der Auftakt zu zwei entscheidenden Monaten in seiner bisherigen Karriere: Nur acht Wochen nach dem Turnierende in Samarkand fordert er den amtierenden Weltmeister Gukesh Dommaraju heraus. Das Match um die Schachweltmeisterschaft findet vom 22. November bis zum 13. Dezember 2026 in Genf statt. Zu Beginn des Titelkampfs werden beide Kontrahenten exakt 20 Jahre alt sein – ein Aufeinandertreffen zweier absoluter Ausnahmetalente.


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