Musik

The Room veröffentlichen neues Post-Punk-Album Doom Pop!

Die Liverpooler Band verbindet Düsternis mit eingängigen Pop-Elementen.



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Foto: Genevieve Baker. Mehr zum Thema Transparenz.

Die Liverpooler Post-Punk-Formation The Room meldet sich mit ihrem neuen Studioalbum "Doom Pop!" zurück. Nach ihrer Wiedervereinigung im Jahr 2022 und den beiden vorherigen Veröffentlichungen "Restless Fate" (2023) sowie "The Telling" (2024) stellt die elf Tracks umfassende Platte das mittlerweile dritte Werk der Band dar, das über das Label 9x9 Records erscheint. Mit einer Mischung aus eingängigen Melodien, markanten Keyboards und gesellschaftskritischen Texten greift die Gruppe aktuelle Krisen, politische Spannungen und gesellschaftliche Ängste auf.

Zwischen Post-Punk-Tradition und neuer Pop-Orientierung

Gegründet wurde The Room im Jahr 1979 von Sänger Dave Jackson und Bassistin Becky Stringer. Während der Blütezeit des britischen Post-Punks erspielte sich die Formation unter anderem durch vier renommierte Peel-Sessions beim Radiosender BBC Radio 1 einen festen Namen. Nach Alben wie "Bitter Reaction" (1980) oder "In Evil Hour" (1984) löste sich die Band 1985 zunächst auf, bevor sie vor zwei Jahren ein Comeback feierte. Neben den Gründungsmitgliedern Jackson und Stringer sowie dem ursprünglichen Schlagzeuger Clive Thomas gehören heute Gitarrist Darren Brown und Keyboarder Ethan Kyme zur festen Besetzung.

Im Vergleich zum Vorgänger "The Telling", das als durchgehende, zusammenhängende Geschichte konzipiert war, setzt "Doom Pop!" auf eine kompaktere Songstruktur. Frontmann Dave Jackson erklärt die musikalische Ausrichtung wie folgt:
Wir haben kürzere, schärfere und populärere Songs angestrebt als auf unserem vorherigen Album 'The Telling', das eine durchgehende Geschichte in elf Titeln ohne Wiederholungen oder klare Refrains erzählte. Das Pop-Element geht im Wesentlichen auf die Wurzeln unserer Musik zurück und erweitert unseren ursprünglichen, kantigen Post-Punk-Sound durch Ethan Kymes Keyboard-Arrangements. Textlich ist es eine Reaktion auf das gegenwärtige Klima aus aufkeimendem Faschismus und Paranoia, das zunehmend alle Medien einnimmt.
Dave Jackson

Filme, Sci-Fi und politische Paranoia

Inhaltlich bewegt sich das Album auf verschiedenen Ebenen. Während Stücke wie "Drill, Baby, Drill", "Drones", "Doom Patrol" und "Continent of Lies" politische Machtspielräume, Desinformation und militärische Konflikte aufgreifen, schöpfen andere Titel ihre Inspiration aus der Popkultur, der Literatur und dem Film. Der Titel "The Room" basiert beispielsweise auf Andrei Tarkowskis Science-Fiction-Klassiker "Stalker" und schildert die Perspektive eines Führers, der Personen durch eine von außerirdischer Technologie geprägte Zone geleitet.

Auch literarische Einflüsse finden ihren Platz: "No One Comes Here from the Town" bezieht sich auf Shirley Jacksons Schauerroman "Spuk in Hill House", während "Temptation Harbour" Verweise auf Werke des ungarischen Regisseurs Béla Tarr enthält. Das Stück "Trespassing" basiert auf einem bisher nicht verfilmten Science-Fiction-Drehbuch von Dave Jackson und orientiert sich musikalisch an David Bowies "Drive-In Saturday". Nostalgischere Töne schlagen hingegen "Magic Games" an, das von Kindheitserinnerungen aus den 1960er-Jahren erzählt, sowie "Stories", eine Hommage an die Kunst des mündlichen Geschichtenerzählens.

Mit "Things Have Learnt to Walk That Ought to Crawl" findet sich zudem eine Überarbeitung eines eigenen Klassikers aus dem Jahr 1982 auf der Tracklist. Dazu merkt Dave Jackson an:
'Things Have Learnt to Walk That Ought to Crawl' ist der einzige ältere Song, den wir für dieses Album neu interpretiert haben, und einer von nur drei Titeln aus den 1980ern, die in unserem Live-Set überlebt haben. Wir haben uns für eine Neuaufnahme entschieden, weil er mit seinem mitreißenden, perlend-treibenden Sound perfekt in unser neues Repertoire passt und zudem das einzigartige Schlagzeugspiel von Clive Thomas zur Geltung bringt.
Dave Jackson
Aufgenommen und abgemischt wurde das Album in den Ark Recording Studios in Liverpool unter der Regie von Dave Jackson und Produzent Steve Powell, der bereits mit Acts wie Echo & The Bunnymen gearbeitet hat. Das Mastering übernahm Pete Maher. Neben der Standard-Besetzung steuerte Tom McCabe bei zwei Stücken ("The Room" und "Stories") das Schlagzeug bei, während Helena Jacks im Titel "Continent of Lies" als Begleitsängerin zu hören ist. "Doom Pop!" ist auf CD, digital sowie als limitierte Eco-Vinyl-Ausgabe erhältlich.

Tracklist

  1. Drill, Baby, Drill
  2. Magic Games
  3. Things Have Learnt to Walk That Ought to Crawl
  4. Trespassing
  5. Temptation Harbour
  6. Doom Patrol
  7. Continent Of Lies
  8. The Room
  9. No One Comes Here from the Town
  10. Stories
  11. Drones

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