Ein radikaler Blick auf das Leben und den Tod
Wolfgang Herrndorfs „Arbeit und Struktur“ zählt zu den eindringlichsten Werken der deutschen Gegenwartsliteratur. Nachdem der Autor im Jahr 2010 die Diagnose eines unheilbaren Gehirntumors erhalten hatte, begann er in einem digitalen Tagebuch sein verbleibendes Leben, seine künstlerische Arbeit und das Nahen des eigenen Todes zu dokumentieren. Das Werk erschien am 6. Dezember 2013 posthum im Rowohlt Berlin Verlag und bewegte ein Millionenpublikum durch seine kompromisslose Ehrlichkeit, Intelligenz und feinen Humor.Der geplante Kinofilm beleuchtet die letzten Lebensjahre des Autors. Zwischen Aufenthalten in der Klinik, schlaflosen Nächten, intensiven Schaffensphasen und zärtlichen Augenblicken mit seiner Partnerin Carola sowie seinen Freunden entsteht das Porträt eines Mannes, der trotz des gewissen Endes unermüdlich weiterschreibt. Herrndorf arbeitete in dieser Phase parallel an drei Romanen und hielt die extremen Schwankungen zwischen Hoffnung, Panik, Euphorie und Nihilismus fest.
Das Team hinter der Adaption
Das Drehbuch verfassen Maria Schrader („She Said“, „Ich bin dein Mensch“, „Unorthodox“) und Jan Schomburg gemeinsam. Schrader sieht in der Aufgabe eine besondere künstlerische Herausforderung:„Arbeit und Struktur“ ist ein solitäres und intimes Protokoll darüber, was es bedeutet, am Leben zu sein. Ein Mann kämpft mit Worten gegen sein Verschwinden und wird im Angesicht des Todes lebendiger als je zuvor. Durch seine kompromisslose Ehrlichkeit, seine Intelligenz und Ironie folgen wir Herrndorf in die hellen, die dunklen und die geheimen Winkel des Menschseins. Das auf die Leinwand zu bringen, ist eine der spannendsten Aufgaben, die ich mir vorstellen kann.
Seit meiner ersten Begegnung mit Wolfgang Herrndorfs Werk hat mich sein Schreiben nicht mehr losgelassen. Seine Texte überraschen, verunsichern und trösten zugleich. Ihm in diesem Film als Mensch zu begegnen: in einem Moment, in dem sich sein Leben abrupt veränderte, auseinanderzufallen drohte und er gleichzeitig seine Stimme als Autor entdeckte, bevor sie tragischerweise verstummte, ist für mich eine große Ehre und Herausforderung.
Produktion und internationales Netzwerk
Produziert wird die Adaption von Komplizen Film, die bereits für prämierte Titel wie „Toni Erdmann“ oder „Sentimental Value“ bekannt sind. Produzentin Janine Jackowski betont das Vertrauen der Rechteinhaber:Das Werk von Wolfgang Herrndorf hat uns zutiefst geprägt, begeistert und berührt. Dass wir nun mit dem Vertrauen des Rowohlt Berlin Verlags und Carola Wimmer „Arbeit und Struktur“ verfilmen können, ist ein großes Geschenk. Mit Sandra Hüller, Maria Schrader und Jan Schomburg konnten wir für dieses besondere Projekt ein außergewöhnliches kreatives Team zusammenbringen, worauf wir sehr stolz sind.
Arbeit und Struktur vereint alles, was großes Kino ausmacht: eine einzigartige Stimme, eine zutiefst persönliche Geschichte und Kreative von internationalem Rang. Maria Schrader und Sandra Hüller zählen zu den prägendsten Künstlerinnen ihrer Generation, die die Kraft und Intimität dieses Stoffes auf außergewöhnliche Weise erfahrbar machen werden.


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