Eine schwere Vorahnung im Studio
Du kannst dir vorstellen, dass hinter dem leicht provokanten Titel des Albums Monate voller physischer und psychischer Belastungen stecken. Als Walker vor drei Jahren mit den kreativen Arbeiten an „Ain’t Dead Yet“ begann, war die lebensbedrohliche Krebsdiagnose, die sein Leben völlig auf den Kopf stellen sollte, noch gar nicht gestellt. Mittlerweile hat er die Erkrankung glücklicherweise erfolgreich überstanden, doch die Entstehung der Songs war rückblickend von einer tiefen, fast unbewussten Vorahnung geprägt. Als er die Stücke später für die Veröffentlichung überarbeitete, war er selbst überrascht von deren emotionaler Schwere.Das ganze Jahr über fühlte ich mich einfach schrecklich und als würde ich sterben. Ich fühlte mich nicht gut und war mental nicht auf der Höhe, als ob wirklich die ganze Zeit etwas nicht in Ordnung wäre. Ich glaube, der Grund, warum einige dieser Songs so klingen, wie sie klingen, ist, dass ich mich so gefühlt habe, obwohl ich noch nicht wusste, dass etwas nicht in Ordnung war.
Persönliche Widmungen und der Blick nach vorn
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit und die Reflexion über das bisherige Leben ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk. Im Titelsong besingt er diese Gratwanderung offen und ehrlich, während er gleichzeitig betont, dass er trotz aller Hürden noch lebt. Trotz dieser düsteren thematischen Grundierung strahlt das Album am Ende eine überraschende Dankbarkeit und eine bittersüße Note aus. Das zeigt sich auch besonders in der Single „Capital Letters“, die eine emotionale Verbeugung vor zwei wichtigen Mentoren darstellt: seinem geliebten Großvater und Trey Johnson, dem Mitbegründer von Walkers erstem Label. Mit diesen Songs verarbeitet er die fortwährende Präsenz dieser verstorbenen Menschen in seinem Alltag.Die schrecklichen und zugleich prägenden Erlebnisse der letzten Jahre haben den Künstler tiefgreifend verändert. Neben der Krebserkrankung musste er private Schicksalsschläge, finanzielle Sorgen und den Verlust von Besitztum durch Naturkatastrophen verkraften. Dennoch blickt er heute dankbar auf diese Transformation zurück.
Ich stand dem Tod gegenüber; ich hätte fast mein Haus verloren; ich habe mich verlobt; wir haben den Großteil unseres Besitzes durch Überschwemmungen und Schimmel verloren; ich habe geliebte Menschen verloren; ich hätte fast meinen gesamten Musikkatalog verloren. Es war viel, Gutes und Schlechtes. Ich bin einfach ein ganz anderer Mensch. Ich gehe sehr bewusst mit meiner Zeit um und bin viel glücklicher, auch wenn es schwer war, glaube ich wirklich, dass ich glücklicher bin. Es war eine ziemlich wilde Verwandlung.
Tracklist
- Ain't Dead Yet
- Shoot Me Straight
- Chasing Sunsets
- Outlaw
- Capital Letters
- Texas Sober
- Blue Genes
- Stepping Stones
- Some People
- Thank You For Listening


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