Zwischen tanzbaren Beats und gesellschaftlichem Tiefsinn
Zustra hat sich in der Vergangenheit vor allem einen Namen gemacht, indem sie sich den großen und mitunter schweren Fragen des Lebens gewidmet hat. So behandelte bereits ihr tragisch-komischer Debütroman „Tot oder lebendig“ kein geringeres Thema als den Sinn des Lebens selbst. Auch ihre bisherige musikalische Laufbahn war stark von ätherischen Klanglandschaften geprägt, die perfekt in eine melancholische Filmkulisse gepasst hätten. Umso erfrischender bricht die Musikerin nun mit dieser Erwartungshaltung, wenn bei der neuen Single treibende Beats, sonnige Synthesizer und eingängige Chöre einsetzen.Im Zentrum des Songs steht eine Textzeile, die sowohl musikalisch als auch inhaltlich sofort hängen bleibt: „Ich will keinen Platz am Tisch, ich will, dass wir alle auf dem Boden sitzen“, singt sie im Refrain, angelehnt an das englische Original „I want no seat at the table, I want all of us to sit on the ground!“. Damit verpackt sie Themen wie Gleichberechtigung und Machtverteilung in eine eingängige Hookline, die fast schon den Charakter einer politischen und wirtschaftlichen Revolutionshymne annimmt. Diese gelungene Kombination aus Hintersinn und Ohrwurm-Qualität zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Karriere. Bereits im Jahr 2019 fiel ihre Musik der britischen Radio-Legende Tom Robinson auf, der einen ihrer frühen Titel in seiner Radioshow auf BBC Radio 6 spielte.
Auch das dazugehörige Musikvideo, das in den Straßen der bosnischen Hauptstadt Sarajevo gedreht wurde, unterstreicht diese spielerische und facettenreiche Seite der Künstlerin. In den visuellen Aufnahmen ist zu sehen, wie Zustra durch die Straßen stromert, auf einen Bagger klettert, Seilbahn fährt und charmant mit einer Figur von Nikola Tesla flirtet. Dabei trägt sie eine auffällige goldene Uniform, die optisch irgendwo zwischen den Welten von Freddie Mercury und Wolfgang Amadeus Mozart angesiedelt ist. Im Rahmen des Videos lässt sich zudem eine weitere prägnante Zeile vernehmen, die zum Nachdenken anregt, auch wenn der Song vor allem dazu einlädt, ihn laut aufzudrehen und mitzuwippen.
Das kommende Album „I Am Water“, das über Ragusa Records veröffentlicht wird, verspricht eine spannende Weiterentwicklung ihrer musikalischen Handschrift zu werden. Bis zur Veröffentlichung im Laufe dieses Sommers bietet „Down with the World“ einen idealen Ausblick darauf, wie Zustra scheinbare Gegensätze wie tiefgründige Botschaften und puren Pop-Genuss harmonisch miteinander verbindet.


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