Die Wiedergeburt einer Post-Metal-Instanz
Seit über zwanzig Jahren entzieht sich die Band aus Massachusetts einfachen Genre-Zuschreibungen. Ihr bisheriger Weg führte sie stilistisch von Post-Punk über Post-Rock hin zu jenem Klanggewand, das Fans und Kritiker heute meist als Post-Metal zusammenfassen. Dabei gelingt Junius seit jeher ein feines Ausbalancieren extremer Gegensätze: Schreie treffen auf Stille, ungeschliffene Härte auf glänzende Melodiebögen.Frontmann und Gitarrist Joseph E. Martinez fasst das musikalische Selbstverständnis der Formation treffend zusammen:
Im Laufe der Jahre wurden wir als Post-Punk, Post-Rock und nun als Post-Metal bezeichnet, in dieser Reihenfolge. Wir haben uns nie wirklich groß um das Etikett gekümmert, aber Post-Metal scheint das zu sein, worauf sich die Leute bei uns geeinigt haben. Wir sehen es als harte Musik, die Bewegung und Melodie über Aggression um ihrer selbst willen stellt. Wir haben immer versucht, Schwere mit emotionalem Auftrieb in Einklang zu bringen. Die Schwere schafft die Anziehungskraft, aber die Melodie ist es, die dich in den Äther trägt.
Sotera ist wie eine Wiedergeburt für die Band und ebenso sehr ein Akt der Hingabe wie ein Musikstück.
Göttlich-weibliche Symbolik und mythologische Bezüge
Inhaltlich markiert das Werk eine deutliche Verschiebung im Schaffen der Band. Während sich frühere Veröffentlichungen von Junius intensiv mit existenziellen Krisen, Katastrophen, dem Konzept des Samsara oder Vorstellungen vom Leben nach dem Tod auseinandersetzten, blickt „Sotera“ stäker auf die Gegenwart. Im Fokus steht die Suche nach Balance und Ausgleich durch das Göttlich-Weibliche.Martinez erläutert die Namensgebung und die konzeptionelle Ausrichtung der neuen Stücke wie folgt:
Das Wort ‚Sotera‘ ist die weibliche Form von ‚Retterin‘ oder ‚Beschützerin‘ im Griechischen und hat perfekt eingefangen, worum sich das Album dreht. Dieses Album ist eine musikalische Anrufung, die das Göttlich-Weibliche als Kraft der Transformation und des Gleichgewichts erforscht. Medea steht an der Schwelle. In ‚Sotera‘ rufen wir Hekate, ihre Mutter, an, uns bei ihrer Auferstehung zu führen. Das Orakel als liebevolle, aber ignorierte Prophetin. Lucifera erscheint als die bestrafte Lichtbringerin. Die Initiatrix ist diejenige, die den Ritus beginnt.
Tracklist
- Disciple
- The Oracle
- Summon Her
- Initiatrix
- Darkwater
- Serpent
- Lucifera
- Scythian


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