Musik

Lowsunday: Neue Single 'Someone to Talk To' und düstere 'Black EP'

Das US-Darkwave-Duo kehrt mit neuem Videoclip und Minialbum zurück.



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Foto: Jer Herring / Christina Sahene. Mehr zum Thema Transparenz.

Die Pittsburgher Darkwave- und Shoegaze-Pioniere Lowsunday melden sich mit neuem Material zurück. Nach den Auskopplungen „You’re So Wired“ und „This Is Not Heaven“ rückt das Duo nun den Track „Someone to Talk To“ in den Fokus, der das düstere Herzstück ihrer aktuellen Veröffentlichung bildet: der „Low Sunday Ghost Machine - Black EP“. Wenn du dich gerne in melancholischen Soundlandschaften verlierst, bekommst du hier eine intime Auseinandersetzung mit Entfremdung, emotionaler Abhängigkeit und enttäuschtem Vertrauen geboten.

Rückkehr nach fast 25 Jahren Pause

Die Bandgeschichte von Lowsunday reicht weit zurück: Ursprünglich 1994 unter dem Namen Low Sunday Ghost Machine gegründet, zählten Shane Sahene und Bobby Spell zu den prägenden Gestalten der US-amerikanischen Darkwave- und Shoegaze-Szene der 1990er-Jahre. Nach den Alben „Low Sunday Ghost Machine“ (1996) und „Elesgiem“ (1999) folgte eine knapp 25-jährige Pause. Erst 2025 meldete sich das Duo beim Traditionslabel Projekt Records zurück – zunächst mit erweiterten, remasterten Neuauflagen ihrer Frühwerke und Ende 2025 mit der gefeierten „White EP“.

Mit der neuen „Black EP“ schlagen Lowsunday nun spürbar düstere Töne an. Während das helle Schwesterwerk vor allem mit Licht und atmosphärischen Texturen experimentierte, legt der schwarze Gegenpart das Augenmerk auf vielschichtige E-Gitarren, treibende Rhythmen, karge Synthesizer und verzerrtes Feedback. Die Scheibe schlägt somit eine Brücke zwischen der musikalischen Tradition der 90er-Jahre und einem moderneren Soundgewand.

Zwischen Naivität und Täuschung

Inhaltlich verarbeitet die Single „Someone to Talk To“ die schmale Grenze zwischen der Sehnsucht nach menschlicher Nähe und der schmerzhaften Erkenntnis, dass eine vertraute Person nicht das ist, was sie vorgibt zu sein. Shane Sahene erklärt die emotionale Tiefe des Stücks:
Dieser Song begibt sich an dunklere, abstraktere Orte. Er verbindet das Gefühl der Einsamkeit mit der Interaktion mit einer Person, die durchs Leben geht und gebrochene Herzen wie eine Art Tauschmittel verteilt. Die Figuren mit den Augapfel-Köpfen deuten auf Naivität hin – dass wir manchmal mit den Augen statt mit dem Kopf denken, dass wir jemanden nach dem äußeren Schein lieben und dabei völlig die zugrundeliegende Realität übersehen, dass manche Menschen gar nicht geliebt werden wollen. Viele Dinge sind nicht so, wie sie scheinen.
Shane Sahene
Trotz der thematischen Schwere besitzt der Titel für die Musiker eine befreiende Note. Die Ironie liege darin, so Sahene weiter, dass der Song beim Spielen große Freude bereite. Konzeptuell fühle er sich emotional an wie ein Aufenthalt im ruhigen Ozean bei Nacht oder das Betreten einer Höhle.

Visuelle Umsetzung und Formate

Für das dazugehörige Musikvideo arbeitete die Band erneut mit Jer Herring zusammen. Bobby Spell betont den gelungenen visuellen Schulterschluss:
Dieses Video fängt die zarte Kälte, die Losgelöstheit und die Einsamkeit dieses Songs perfekt ein. Ein Thema, das wir häufig aufgreifen, ist das Gefühl der Isolation, das im modernen Leben immer geläufiger zu werden scheint. Die Bilder im Video verdeutlichen dieses Gefühl in verschiedenen Szenarien, in denen Trennung, Missverständnisse oder Distanz angedeutet werden. Unser kreativer Partner Jer Herring hat einmal mehr ein perfektes visuelles Gegenstück für einen Lowsunday-Song geschaffen.
Bobby Spell
Die „Low Sunday Ghost Machine - Black EP“ ist ab sofort auf allen gängigen Streaming-Plattformen sowie bei Bandcamp digital erhältlich. Sammler können sich zudem auf physische Veröffentlichungen freuen: Die EP erscheint über Projekt Records in einer auf 200 Exemplare limitierten Vinyl-Edition. Zudem ist eine seltene 7-Zoll-Single mit den Titeln „Static / Besides“ verfügbar.

Tracklist

  1. You’re So Wired
  2. Shattered
  3. Someone To Talk To
  4. This Is Not Heaven
  5. Don’t Want To Dream Again

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