Gitarrensound trifft auf gesellschaftskritische Töne
Inhaltlich befasst sich die neue Single unter anderem mit den Schattenseiten moderner Technologien. Bob Mould, der inzwischen in San Francisco lebt, blickt mit gemischten Gefühlen auf die rasante Entwicklung rund um Künstliche Intelligenz. Er erklärt zur Entstehung des Titels:Seit ich in San Francisco lebe, habe ich eine Hassliebe zu KI. Einerseits bringt sie meine Stadt wieder zum Leben – andererseits stellt sich die Frage, zu welchem Preis für Gesellschaft und Umwelt. Und können wir dem aktuellen System vertrauen, mit dieser neuen Technologie verantwortlich umzugehen? Der neue Song hat deutlich mehr Biss, und der Text bringt es auf den Punkt: Ein Hauch von Dopamin. Der stetige Schlag der Trommel. Gewöhn dich an das ständige Summen der Lüge.
„Keep Looping“ könnte mein Lieblingssong unter den neuen Sugar-Stücken sein. So wie viele andere Dinge, die buchstäblich ständig in meinem Kopf kreisen, setzt sich auch dieser Song immer wieder darin fest. Die Kombination aus der Intensität des Hauptriffs und der Steigerung in der Bridge trifft bei mir genau ins Schwarze. Wie schon bei „House Of Dead Memories“ und „Long Live Love“ freue ich mich riesig, dass der Song endlich veröffentlicht wird.
Welttournee und Einsatz für den guten Zweck
Nachdem Sugar den europäischen Teil ihrer „Love You Even Still World Tour“ erfolgreich absolviert haben, richtet sich der Blick nun auf Nordamerika. Die Tournee beginnt am 11. August in Denver und umfasst insgesamt 24 Konzerte in den USA. Neben Stationen wie Los Angeles, San Francisco, New York und Boston stehen unter anderem drei ausverkaufte Abende im First Avenue in Minneapolis auf dem Programm, bevor am 24. Oktober 2026 im heimischen Athens, Georgia, das Tourfinale gefeiert wird.Besonders sympathisch: Ein Teil der Einnahmen aus jedem Ticketverkauf geht direkt an „The Trevor Project“, eine führende Organisation zur Suizidprävention und Krisenintervention für LGBTQ+-Jugendliche. Schlagzeuger Malcolm Travis zeigt sich bewegt von der Resonanz der Fans:
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie surreal diese ganze Erfahrung bislang gewesen ist. Die Reisen, die Begegnungen mit Fans jeden Alters und die Tatsache, dass wir überhaupt wieder gemeinsam auf der Bühne stehen. Es ist einfach großartig.
Zum Glück gibt es Live-Musik. Es war eine Freude, mit Sugar wieder unterwegs zu sein. Kaum jemand hält ständig das Handy hoch. Das Publikum ist vollkommen bei dem, was auf der Bühne passiert. Das macht mir Hoffnung für die Zukunft.
Eine eindrucksvolle Bandgeschichte
Dass die Wiedervereinigung der Band auf so große Gegenliebe stoßen würde, war für die Musiker keineswegs selbstverständlich. Erst im Herbst 2025 kündigte Bob Mould in einem Interview an, mit der Reunion testen zu wollen, ob das Interesse am Trio nach jahrzehntelanger Pause noch vorhanden sei. Die Antwort der Fangemeinde fiel eindeutig aus.Nach der Trennung von Hüsker Dü gründete Mould Ende 1991 gemeinsam mit Barbe und Travis die Band Sugar. Schon ihr Debütalbum „Copper Blue“ schlug 1992 ein, sicherte sich den Titel als Album des Jahres beim britischen NME und brachte Klassiker wie „If I Can’t Change Your Mind“, „A Good Idea“ und „Changes“ hervor. In den darauffolgenden Jahren folgten das düstere Mini-Album „Beaster“ (1993) sowie das zweite Studioalbum „File Under: Easy Listening“ (1994), bevor sich die Wege der drei Musiker 1995 vorerst trennten. Als Hommage an das Erstlingswerk erschien Ende 2025 zudem das aufwendige 4LP-Boxset „Copper Blue – The Singles Collection“ via BMG, welches neben Neuauflagen bekannter B-Seiten auch seltene Live-Aufnahmen aus dem Chicagoer Cabaret Metro aus dem Jahr 1992 enthält.


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