Geld fürs Fernsehen, Münzen für die Kaffeemaschine
In Dystopicon schlüpfst du in die Rolle eines Bürgers zweiter Klasse in einer retro-futuristischen Welt. Dein Einkommen generierst du rein durch den Konsum von TV-Inhalten und staatlichen Berichten. Doch das verdiente Geld bleibt keineswegs auf deinem Konto liegen: Jede noch so kleine Dienstleistung im Haushalt kostet bare Münze. Ob du das Licht einschalten, dir Unterhaltung gönnen oder schlicht dein Überleben sichern willst – für alles musst du tief in die Tasche greifen.Dabei stellt dich das Spiel immer wieder vor moralische Entscheidungen. Bleibst du ein gehorsamer Untertan des Systems oder schließt du dich dem Widerstand an? Deine Handlungen bleiben nicht ohne Folgen. Insgesamt bietet die Simulation 14 verschiedene Enden: Du kannst zum linientreuen Bürokraten aufsteigen, dich in terroristische Aktivitäten verstricken, das System hacken oder mit etwas Glück sogar im Lotto gewinnen.
Neben einem Herausforderungsmodus, in dem es rein darum geht, ohne Ablenkungen genug Geld für die Flucht aus dem Zimmer zu sparen, umfasst der Story-Modus sechs verschiedene Szenarien. Du arbeitest dich von der Unterkunft für Klasse-2-Bürger bis hin zum Parteimitglied hoch – oder landest im Umerziehungslager, wenn du dich nicht an die Regeln hältst. Jedes Szenario führt neue Spielmechaniken ein und offenbart weitere Details über die Funktionsweise dieser düsteren Welt.
Inspiration durch Philip K. Dick und die Pandemie
Hinter dem Projekt steht der Entwickler Juan Felipe Molina. Die Idee zu Dystopicon entstand bereits im Jahr 2018 mit einem Prototyp auf der Plattform Itch.io, der mit einfachen Bausteinen umgesetzt wurde und über 12.000 Downloads erzielte. Molina ließ sich dabei von klassischer Science-Fiction-Literatur sowie realen Entwicklungen inspirieren:Ich habe dystopische Geschichten schon immer geliebt und bin ein großer Fan der Klassiker, insbesondere der Werke von Philip K. Dick. In seinem Roman Ubik muss der Protagonist eine Münze in verschiedene Haushaltsgeräte stecken, um sie zu benutzen – diese Idee hat mir wirklich sehr gefallen. Ich brauchte noch eine weitere Mechanik, um zu begründen, warum der Spieler Geld verdient, und dachte über Fernsehen und soziale Medien nach und darüber, wie sie die Menschen an den Bildschirm fesseln. Was wäre wohl der nächste Schritt? Dafür bezahlt zu werden, genau das zu tun! Als ich diese beiden Elemente hatte – fürs Fernsehen bezahlt zu werden und mit diesem Geld Dienstleistungen zu kaufen –, begann ich mit dem Aufbau des restlichen Spiels. Schließlich stellte ich den Prototyp mit einer 28-Tage-Gameplay-Schleife fertig, in der man durch Fernsehen und das Lesen täglicher Regierungsberichte überleben musste. Dann kam die Pandemie und die Menschen saßen plötzlich zu Hause fest, starrten auf Bildschirme und erhielten in vielen Fällen staatliche Unterstützung, um die Situation zu bewältigen.
Aufwertung für den kommerziellen Release
Trotz des positiven Feedbacks zum Prototyp fehlte Molina jahrelang die Zeit, das Projekt professionell weiterzuentwickeln. Im November 2025 kündigte er schließlich seinen Hauptjob, um Dystopicon als Vollwerttitel auf Steam herauszubringen. Für den kommerziellen Start holte er sich Unterstützung ins Team: Die 3D-Künstlerin Xenia Almela verlieh der Spielwelt eine eigenständige visuelle Identität, während der 2D-Künstler Mario Alba zahlreiche neue Comic-Elemente beisteuerte, die bereits den ursprünglichen Prototyp geprägt hatten.Dystopicon wird ab dem 27. Juli auf Steam zum Preis von 7,99 Euro erhältlich sein. Zum Verkaufsstart gewährt das Studio in den ersten zwei Wochen einen Rabatt von 15 Prozent.

