Ungewöhnliche Klangfarben im Funeral Doom
Erschienen ist das Album "Torn" über das Label Wormholedeath. Während das Genre des Funeral Doom traditionell von eiszeitlich langsamen Tempi, drückender Schwere und schneidenden Gitarrenmelodien geprägt ist, geht Hangsvart auf diesem Werk einen überraschenden kreativen Schritt. Anstatt sich ausschließlich auf klassische Trauergitarren zu verlassen, rücken auf "Torn" Blasinstrumente in den Vordergrund der Melodieführung. Diese musikalische Entscheidung verleiht den Kompositionen einen feierlichen, fast schon zeremoniellen Charakter, der hervorragend zu den thematischen Schwerpunkten wie Trauer, Verlust und Selbstreflexion passt.Unter diesen einprägsamen Bläser-Arrangements liegt weiterhin ein mächtiges Fundament aus zentnerschweren Riffs. Ergänzt wird dieses Klangkonstrukt durch Schichten aus ritualisiertem Dark Ambient und extremen Drone-Elementen, die dich als Hörer Schritt für Schritt umhüllen. Jede Note dient dabei dem narrativen Bogen des Albums. Neben Hangsvart trugen auch andere Künstler zum Gesamtwerk bei: Die Songtexte des Albums stammen aus der Feder von Jörg Püschmann, während das stimmungsvolle Cover-Artwork von Patrick Corcoran gestaltet wurde.
Persönliche Abgründe und musikalische Ahnen
Abysmal Growls of Despair existiert seit dem Jahr 2013 und hat sich über die Jahre einen festen Namen im Underground erarbeitet. Hangsvart verbindet in seinen Kompositionen zähflüssigen Doom Metal mit dunstigen Dark-Ambient-Texturen. Zu den prägenden Einflüssen des Projekts zählen namhafte Genre-Größen wie Sunn O))), Funeral Moth, Ataraxie, Comatose Vigil sowie Remembrance. Inhaltlich bewegen sich die Veröffentlichungen häufig im Spannungsfeld zwischen uralter Spiritualität, tief empfundener Trauer und veränderten Bewusstseinszuständen.Ein wesentlicher Aspekt für die unverfälschte Intensität der Musik ist die Offenheit des Künstlers bezüglich seiner eigenen Lebensrealität. Hangsvart spricht seit jeher offen über seine langjährige Erkrankung an Schizophrenie. Diese persönliche Erfahrung fließt direkt in die emotionale Essenz des Projekts ein und verleiht der Musik eine spürbare, ungeschönte Authentizität. Die Teilung des Videos zu "Growth" in zwei Kapitel gibt dem epischen Werk nun auch visuell den Raum, den diese komplexe Thematik benötigt. Beide Videoteile stehen ab sofort online zur Verfügung, um dich auf eine düstere Reise mitzunehmen.


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