Insektenartige Rhythmen und gesellschaftliche Entfremdung
Mit „Accent“ widmet sich das Duo der Monotonie des Alltags und der Sehnsucht nach einem Ausbruch aus starren Strukturen. Die Band selbst beschreibt den musikalischen Charakter und die thematische Ausrichtung des Titels sehr anschaulich:Accent ist eine Kakofonie der Routine, die Geschichte eines unbedeutenden Arbeiters, der davon träumt, aus einer instinktiv vorgegebenen und zunehmend restriktiven Flugbahn auszubrechen. Der Song besitzt einen flatternden, insektenartigen Rhythmus, der eine Qual zu spielen ist. Wir nennen das ‚Cicadence‘. Es meint eine Abfolge von Erkenntnissen, die wie Bienenstiche einschlagen – aus der Perspektive einer Person, die gefährlich nah daran ist, verwildert, unabhängig und zum Außenseiter zu werden.
Kreatives Chaos und eigenwillige Aufnahmetechniken
Die Entstehungsgeschichte von „You Say I Romanticize“ erstreckte sich über einen Zeitraum von 18 Monaten und war geprägt von intensivster künstlerischer Arbeit. Gitarrist Caufield Schnug und Bassistin sowie Sängerin Lira Mondal verbrachten diese Zeit in ihrem gemeinsamen Zuhause im US-Bundesstaat Kansas, das gleichzeitig als Tourbasis und Aufnahmestudio diente. Das Gebäude war ein ständiger Dreh- und Angelpunkt der lokalen Musikszene: Während der Arbeiten an der eigenen Platte produzierten die beiden dort Dutzende Alben für andere Bands, veranstalteten Konzerte und beherbergten wandernde Musiker auf ihren Tourneen.Dieses von permanenter Bewegung und kreativem Ausnahmezustand geprägte Umfeld floss unmittelbar in den Schreib- und Produktionsprozess ein. Die Demos zu „You Say I Romanticize“ durchliefen unzählige Phasen des Umarbeitens, Verfeinerns und Verdichtens. Um den angestrebten, dichten Wall-of-Sound-Charakter zu erzielen, entwickelte das Duo eigens angepasste Aufnahmemethoden. Ziel war es, eine organische, aber dennoch druckvolle Klangkulisse zu erschaffen. Erst zum Ende des Prozesses holte die Band ihren Live-Schlagzeuger Spenser Gralla ins Studio, um die Schlagzeugspuren genau so einzuspielen, wie sie später auch bei Live-Auftritten zu hören sein werden. Das Album versteht sich damit als eine Hommage an das chaotische, aber fruchtbare Zusammenspiel von Kunst und Lebensrealität.
Tracklist
- Shooting Shadows
- My Friend’s An Entomologist
- Last Man
- Rapture, Or...
- Abduction On Camera
- My Anchoress
- Cocoon
- Accent
- Does He Want To Be The Weatherman?
- Write Lightly


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