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Lust ohne Grenzen Review

Mexikanisches Arthouse-Drama über Abhängigkeit und Sadomasochismus.



Man muss schon zweimal draufschauen, um zu erkennen in welchem Genre man sich genau bewegt. Der im mexikanischen Original "año bisiesto" (dt. Schaltjahr) genannte Film ist eigentlich ein kleines, vorsichtiges Kammerspiel, wurde dafür in Cannes 2010 mit der goldenen Kamera ausgezeichnet und erhielt zweimal den Ariel der mexikanischen Filmakademie. Bei der deutschen DVD-Veröffentlichung hat man allerdings dem mexikanischen Arthouse Film mit seinem filigranen und expliziten Psychogramm eines One-Night-Stands, der zu Abhängigkeit und Sadomasochismus führt, zu wenig vertraut und die Explizitheit des Films nicht nur im reißerischen, zigmal in Beate Uhse Katalogen nachschlagbaren Titel "Lust ohne Grenzen", sondern auch im Cover herausgestellt, dass eine sich räkelnde Schönheit zeigt, was allerdings eine falsche Fährte ist.

Lust ohne Grenzen
Dafür ist der Film selbst überraschend gut auf den deutschen Raum übertragen. Vor allem freut man sich dass trotz FSK-18 Einstufung, der Film in der ungeschnittenen, zum Teil wirklich sehr expliziten Originalfassung belassen wurde. Die Bild- und Tonqualität sind dafür sehr gut. Die Synchronisationen, Englisch und Deutsch, wirken liebevoll und abgestimmt und zerstören die Intimität des Originals nicht. Dafür hat man bei den Extras wieder das Gefühl, dass sehr lieblos ausgewählt wurde. Neben einem Musikvideo findet sich noch der Trailer und ein kurzes, eher oberflächliches Making-of, dass die eigentlich spannenden Fragen der Dreharbeiten, wie man mit Explizitheit umgehen kann, Vertrauen am Set schafft, usw. nur äußerlich streift.

Laura ist 25 Jahre alt und lebt als Journalistin in einem kleinen Appartement in Mexico City. Sie ist einsam. Nach einer Reihe von One-Night-Stands trifft Laura auf Arturo. Sie lieben sich das erste Mal und Arturo eröffnet ihr eine Welt, die die ihre völlig auf den Kopf stellt. Sie stürzen sich in eine intensive, leidenschaftliche und sexuelle Grenzen auslotende Beziehung, in der sich Lust, Schmerzen und Liebe vereinigen. Laura zählt jedoch die Tage bis zu einem mysteriösen Datum, die sie gewissenhaft in ihrem Kalender ausstreicht. Der Countdown jedoch lässt Arturo in seinen Sexspielen immer extremer werden.

Unser Fazit

Mexikanisches Arthouse-Drama über Abhängigkeit und Sadomasochismus.

Es bleibt der Verdacht, dass man dem wirklich sehenswerten Film nicht vertraut und auf dem deutschen Markt durch die pseudopornographische Aufmachung und die eher oberflächlichen Zusatzmaterialien noch einmal zusätzlich für Aufsehen gesorgt werden soll.

Redaktion (Spielemagazin.de)

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