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Stone - Autonomy Review

Ein lautes, raues Manifest der Selbstbestimmung


26.01.2026  Jacqueline  0 Likes  0 Kommentare 
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Foto: Charlie Harris. Mehr zum Thema Transparenz.

Autonomy ist ein Album, das Stone nicht einfach nur veröffentlicht haben – es ist ein Album, das sie gebraucht haben. Nach einer beinahe erfolgten Auflösung, Zweifel, Frust und der Gefahr, sich selbst zu verlieren, stand die Band am Scheideweg. „Machen wir weiter?“ oder „Lassen wir’s bleiben?“ Die Antwort ist dieses Album: laut, kompromisslos, live eingespielt und von einer künstlerischen Freiheit getragen, die man in jeder Sekunde spürt.

Die Liverpooler liefern mit Autonomy ihren bisher persönlichsten, ungeschliffensten und intensitätsgeladensten Release ab. Ein Werk, das weniger auf Perfektion, sondern auf Wahrheit setzt – und auf das Gefühl, endlich wieder Kontrolle über das eigene Schaffen zu haben.

Ein Klang wie ein Befreiungsschlag
Stone nennen ihren Stil gern „postapokalyptischen scally rock“ – und Autonomy zeigt, warum dieser Begriff so gut passt. Dieses Album klingt, als würde man durch eine dystopische Stadt laufen, in der Punk, Hardcore, Hip-Hop und britischer Indie aufeinandertreffen und gemeinsam explodieren.

Der Opener Never Again war bereits ein starkes Statement: wütend, energetisch, voller Hunger. Doch erst mit den folgenden Singles Monkey See Monkey Do, Sweet Heroine und Stack Up the Reasons wurde klar, wie sehr Stone daran arbeiten, ihren Sound zu definieren.

Stack Up the Reasons ist ein Musterbeispiel für das, was die Band besonders macht: eine rohe, energetische Strophe, die mühelos in einen euphorischen Refrain kippt. Die Texte kreisen um Selbstakzeptanz, Rückschläge, den eigenen Weg und das langsame Wiederaufrichten nach dem Fall. Das klingt nicht konstruiert, sondern ehrlich.

Dass die Band das Album live im Studio aufnahm, hört man: Die Songs atmen Chaos, Spontanität und Nähe. Keine glattgezogenen Takes, kein überproduzierter Glanz. Nur Energie.

Eine Band, die wieder zusammenfand – und stärker klingt als zuvor
Fin Power (Vocals), Elliott Gill (Gitarre), Sarah Surrage (Bass) und Alex Smith (Drums) hatten sich fast verloren. Doch im Chaos fanden sie sich neu – und diese Dynamik trägt das Album.

Das Songwriting ist kollaborativer als früher, die Themen direkter, die Arrangements mutiger. Und live? Die Band ist ohnehin legendär für chaotische, spontane, vollgepackte Shows und House-Partys, die aus dem Ruder laufen.

Tracklist
  • Autonomy – 04:40
  • Monkey See Monkey Do – 01:49
  • Stack Up the Reasons (Focustrack) – 03:32
  • Rockmount – 03:06
  • Never Again – 02:40
  • Blackstripes – 03:53
  • Money (Hope Ain’t Gone) – 04:06
  • Moulin Rouge – 02:58
  • Sweet Heroine – 04:08
  • Picture – 03:33
  • Truman – 03:03
  • Autonomous – 01:27
  • Freezing – 04:48


Autonomy ist ein intensiver Neustart: ein Album, das brennt, kratzt und kämpft. Es ist roh, schnell, emotional und selbstbewusst – ein echter Befreiungsschlag nach einer turbulenten Phase. Stone beweisen, dass künstlerische Freiheit manchmal nicht nur ein Konzept ist, sondern eine Überlebensstrategie. Ein starkes, leidenschaftliches, manchmal chaotisches Werk – und definitiv ein Schritt nach vorn.

Punktewertung

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