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Dagger Threat – bleed///reboot Review

Ein ultrahartes Manifest der Selbstzerstörung und Neuerfindung


25.01.2026  Captain  0 Likes  0 Kommentare 
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Mit bleed///reboot markieren Dagger Threat einen Höhepunkt ihrer bisherigen Laufbahn – und gleichzeitig einen radikalen Neustart. Das Hamburger Quintett, das seit 2016 mit seinem Mix aus Hardcore und 2000er-Nu-Metal-Impulsen unermüdlich die europäischen Underground-Bühnen zerlegt, liefert mit diesem Album ein kompromisslos intensives Statement ab: 30 Minuten, kein Füllmaterial, keine Verschnaufpause, nur pure Energie, Wut und industrielle Kälte.

Schon nach wenigen Sekunden wird klar, dass hier eine Band am Werk ist, die genau weiß, wer sie ist – und wer sie nicht mehr sein will. bleed///reboot ist der Sound eines Systems, das abstürzt, sich neu startet und dabei Funken schlägt. Brutal, mechanisch, pulsierend.

Hardcore trifft Industrial – und alles brennt lichterloh
Der Opener becoming startet mit einem massiven Schlag: verzerrte Wände, pumpende Kickdrums, wütende Vocals, die mehr nach Anklage als nach Song wirken. Danach steigert sich das Album wie eine Maschine, die zu schnell läuft und jederzeit überhitzen könnte. 404, neuro und tissue vereinen den Groove des Nu Metal mit der Härte moderner Metallic-Hardcore-Produktionen.

Dagger Threat klingen 2026 härter, moderner und gefährlicher als je zuvor.

Die Feature-Gäste verstärken diesen Eindruck:
– Matthi (Nasty) und Alan (Distant) sorgen bei leech für maximalen Druck,
– Code Red ist ein kollektiver Abriss mit Mitgliedern von Peace of Mind, Slow Burn, Torch It, Blossom Decay, Collisions, Dethroned und Second Sight – ein echtes Underground-Großprojekt.

Das Ergebnis: ein Song wie eine Massenkarambolage.


Ein Jahrzehnt Underground – und eine Band, die lieber kämpft als redet
Dagger Threat haben ihre Karriere nicht durch virale Clips oder Social-Media-Hype gebaut, sondern durch echte Knochenarbeit. Über 200 Shows in ganz Europa, DIY-Mentalität, Touren mit Comeback Kid, Nasty, Varials und Boundaries – die Band hat sich jeden Zentimeter ihres Weges erspielt.

Diese Haltung spürt man auf bleed///reboot in jeder Sekunde. Es ist das Album einer Truppe, die sich nicht anbiedert, die keine Kompromisse eingeht und die lieber aneckt als weichgespült zu klingen. Ein Album, das zeigt: Dagger Threat haben sich nicht nur weiterentwickelt – sie haben ihre DNA neu geschrieben.

Tracklist
  1. becoming
  2. 404
  3. neuro
  4. tissue
  5. leech (feat. distant / nasty)
  6. code red (feat. blossom decay / peace of mind / collisions / slow burn / dethroned / second sight / torch it)
  7. mire stomp
  8. shiver
  9. the nothing
  10. dissolve


Dagger Threat liefern mit bleed///reboot ihr bisher stärkstes Werk ab: ein gnadenloses, modernes Hardcore-/Nu-Metal-Hybridalbum, das vor Energie explodiert und thematisch ebenso schwer wie musikalisch hart ist. Wer die Band bisher stark fand, wird sie jetzt lieben. Wer harte Musik liebt, findet hier ein neues Referenzwerk.

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