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Skopje '83 Review

Postapokalyptischer Survival-Mix mit starkem Stil, aber zu viel Orientierungslosigkeit


05.01.2026  Toobi  PC  0 Likes  0 Kommentare 
Skopje '83 Review Bild Skopje '83 Review Screenshot Skopje '83 Review Foto

Die farbenfrohe, comicartige Optik wirkt frisch, charmant und überraschend lebendig – vor allem in einer Welt voller Mutanten, Ruinen und improvisierter Waffen. Doch dieser starke erste Eindruck hält leider nicht ganz, denn je länger man durch die zombiverseuchte Stadt streift, desto deutlicher spürt man die Diskrepanz zwischen einer stilvollen Präsentation und einem Spielgefühl, das oft mühsamer wirkt als notwendig.

Du erwachst in einem zerstörten, alternativen Skopje – ohne Erinnerung, aber mit einer Stimme im Ohr, die dich als „Pioneer“ anspricht und dich grob durch die nächsten Schritte lotst. Dein wichtigstes Werkzeug ist DOM, ein umgebauter Bus, der als mobile Basis dient und dir Schutz, Crafting und Aufwertungen bietet. Klingt cool, ist es auch – zumindest auf dem Papier.

Eine Welt voller Gefahren – und voller Fragezeichen
Skopje ’83 will viel, aber gibt dir wenig Struktur an die Hand. Du kannst frei erkunden, Gebäude looten, Waffen bauen und Mutanten zurückschlagen. Das Problem: Das Spiel lässt dich zu oft völlig allein. Wichtige Orte sind kaum erkennbar, Hinweise verschwinden nach einmaligem Hören, und das Journal schweigt sich aus. Der offene Ansatz könnte befreiend sein – doch ohne klare Orientierung fühlt sich die Erkundung häufig wie blindes Herumirren an.

Auch der Survival-Anteil ist zweischneidig. Hunger, Durst und Müdigkeit sollen Druck erzeugen, führen aber meist zu kleinteiligem Ressourcenmanagement, das eher nervt als motiviert. Das Levelsystem und die Perks bieten zwar zusätzliche Möglichkeiten, bleiben aber spürbar schwach und haben oft kaum Einfluss auf das Gameplay.

Kämpfe, Loot und der tägliche Überlebenskampf
Die Kämpfe selbst sind solide, wenn auch nicht besonders aufregend. Mit Munition wird fast jeder Gegner schnell beherrschbar, während Nahkampf eher zweckmäßig wirkt. Loot ist strikt zufallsgeneriert, was zwar zur Roguelite-Idee passt, aber in der Praxis frustrierend sein kann: Viele Gebiete wirken erschreckend leer, was die Motivation zu erkunden deutlich bremst.

Dazu tickt ständig der Timer: Sieben In-Game-Tage bleiben, bevor ein Atomschlag alles beendet. Das sorgt für Spannung – zumindest theoretisch. In der Praxis verstärkt es die Hektik, die durch mangelnde Orientierung ohnehin entsteht. So fühlt sich das Spiel oft eher wie Arbeit an, nicht wie eine spannende Herausforderung.

Audiovisuelle Stärken – und schwache Atmosphärenarbeit
Während der Look wirklich hervorragend funktioniert, bleibt der Soundtrack weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Nur wenige Musikstücke rotieren in Dauerschleife, wodurch sich schnell monotone Stimmung breitmacht. Auch Audioeffekte wiederholen sich häufig und tragen wenig zur Immersion bei.

Technisch zeigt Skopje ’83 Licht und Schatten: Die Performance kann je nach Gerät schwanken, kleinere Ruckler wurden von vielen Spielern gemeldet. Dennoch bleibt das Spiel insgesamt gut spielbar.

Ein ambivalentes Gesamtbild
Skopje ’83 ist kein schlechtes Spiel – aber eines, das sein Potenzial nicht ausschöpft. Die Idee, eine postapokalyptische Stadt dynamisch zu erkunden, verbunden mit Crafting, Roguelite-Elementen und einem mobilen Bus als Basis, ist wirklich spannend. Die Umsetzung bleibt jedoch inkonsequent. Zu viel Leerlauf, zu wenig klare Hinweise, zu viele Mechaniken, die eher bremsen als begeistern.

Wer Spaß an offenen Survival-Welten hat und gern selbst herausfindet, wie Dinge funktionieren, könnte dennoch Freude an Skopje ’83 haben. Alle anderen finden hier eher ein optisch hübsches, aber spielerisch unausgereiftes Abenteuer.

Skopje ’83 will vieles sein: ein offenes Survival-Abenteuer, ein Roguelite mit coolen Ideen und ein stilvolles Mutanten-Gemetzel. Am Ende ist es von allem ein bisschen – und von nichts genug. Der Look ist großartig, der Einstieg atmosphärisch, und DOM als mobile Basis ist ein tolles Feature. Doch schon nach kurzer Zeit kämpfst du mehr mit Orientierungslosigkeit als mit Mutanten. Loot ist häufig enttäuschend, Perks bleiben blass und die Survival-Mechaniken nerven eher, als dass sie Spannung erzeugen. Ohne klare Hinweise verläuft man sich zu oft in der Stadt, während der Timer gnadenlos heruntertickt. Skopje ’83 ist kein Totalausfall, aber definitiv ein Spiel, das man mögen wollen muss. Mit mehr Struktur und Balancing wäre hier deutlich mehr drin gewesen.

Punktewertung

Gameplay
54
Grafik
75
Sound
52
Steuerung
62

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