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Deogen - The Graves and Ghosts of Yore Review

Rückwärtsgewandt, kompromisslos, atmosphärisch


16.10.2025  Captain  0 Likes  0 Kommentare 
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Deogen aus den USA legen mit The Graves and Ghosts of Yore ihr zweites Album vor – und halten kompromisslos an einer Ästhetik fest, die längst aus der Zeit gefallen scheint. Wer hier modernen Sound, technische Brillanz oder genreübergreifende Innovation sucht, wird enttäuscht werden. Doch genau in dieser Verweigerungshaltung liegt der Reiz der Platte.

Ein Artefakt aus der Gruft
Das Album klingt, als wäre es direkt aus dem Jahr 1998 ausgegraben worden. Die Produktion ist bewusst roh, das Schlagzeug rumpelt, die Gitarren kreischen scharf und mitten in diesem okkulten Klangteppich thronen hohe Black-Metal-Screams, die gelegentlich von flirrenden Synths und düsteren Piano-Elementen umgeben werden. Die Atmosphäre ist stets dicht, schaurig und erhaben – eine Mischung aus norwegischem Frost, Hellenischer Größe und US-Underground-Flair.

Erhabenheit statt Eskalation
Spannend ist vor allem der Verzicht auf klassische Blastbeats. Deogen setzen auf bedächtige Midtempo-Passagen, die umso wirkungsvoller zwischen Raserei und sakralem Stillstand pendeln. Gerade Stücke wie By Torchlight oder Spectral Winds Rise entfalten ihre Kraft aus dieser gedrosselten Wut und der schleichenden Dunkelheit. Auch der Mut zur Länge – etwa in Clawing Into Sphere And Sun – zahlt sich atmosphärisch aus.

Unser Fazit

Rückwärtsgewandt, kompromisslos, atmosphärisch

Trotz aller Stärke bleibt The Graves and Ghosts of Yore ein Album für Eingeweihte. Wer sich nicht mit dem Underground-Sound alter Black-Metal-Kassetten identifizieren kann, wird hier wenig Zugang finden. Doch für Fans von Demos vergangener Jahrzehnte, für Sammler, für Schwarzmetaller mit Liebe zum Authentischen ist Deogens zweites Werk ein düsterer Leckerbissen, der sich nicht anbiedert – sondern dich herausfordert.

Captain (Spielemagazin.de)

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Spielemagazin-Wertung: 71%

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