Abgelegene Aufnahmen auf der Insel Hydra
Für die Entstehung von „Roses“ suchten Widowspeak im vergangenen Januar nach einer ganz besonderen Atmosphäre. Sie verließen den Trubel der US-Metropolen und reisten auf die griechische Insel Hydra. Dort mieteten sie sich in der „Old Carpet Factory“ ein, einem historischen Gebäude, das sich malerisch in die steilen Hügel des dortigen Dorfes schmiegt. Während in den wärmeren Monaten Touristen die Insel bevölkern, kehrt im Winter eine tiefe, kreative Ruhe ein. Begleitet wurde das Duo im Studio von ihren langjährigen Live-Musikern Willy Muse, John Andrews und Noah Bond, die maßgeblich zum organischen Sound der neuen Songs beigetragen haben.Die abgeschiedene Umgebung stellte das Team vor manch logistische Herausforderung, die im Nachhinein für charmante Anekdoten sorgt. So musste beispielsweise ein klassisches E-Piano auf abenteuerlichen Transportwegen in die Studios überführt werden. Molly Hamilton blickt schmunzelnd auf diese Phase zurück:
„Soft Cover“ handelt von Verliebtheit: Sich jemanden zu wünschen und von ihm zu träumen, während man seinem Alltag nachgeht … selbst dann, und vielleicht besonders dann, wenn man schon lange mit der Person zusammen ist. Wir haben dafür ein Rhodes-Piano besorgt, das mit dem Auto aus Athen kam, dann ein Boot nahm und schließlich von einem Esel bis zum Studio getragen wurde.
Musikalische Einflüsse und visuelle Konzeptwelten
Nach den Aufnahmen auf Hydra kehrte das Ensemble in die Vereinigten Staaten zurück, wo das Material mit großer Sorgfalt verfeinert wurde. Den Mix übernahm Alex Farrar in den Drop of Sun Studios, während Greg Obis in Chicago für das Mastering verantwortlich war. Inhaltlich widmet sich der Nachfolger in seinen zehn Stücken nostalgischen Blickwinkeln auf die Liebe, Intimität und menschliche Beziehungen. Musikalisch greift das Album auf bewährte Stärken zurück und erinnert lose an Einflüsse wie Dream- und Power-Pop, entspannte Roadhouse-Klänge sowie Reminiszenzen an Bands wie Yo La Tengo, Cat Power oder Neil Young. Dabei bleibt das unverkennbare Markenzeichen von Widowspeak stets bestehen: das harmonische Zusammenspiel aus Hamiltons samtig-zurückhaltender Stimme und Thomas’ prägnantem, vielschichtigem Gitarrenspiel.Auch optisch hat das Duo einiges zu bieten. Das Musikvideo zu „Soft Cover“ bildet den letzten Teil einer cineastisch angelegten Trilogie. Darin gerät die Protagonistin in Tagträume über eine idealisierte Mittelalter-Romanze. Gitarrist Robert Earl Thomas zeigte sich von dieser Idee besonders begeistert, da er schon immer eine Faszination für historische Kostüme und mittelalterliche Ästhetik hegte.
Wenn du Widowspeak im Anschluss an die Albumveröffentlichung live erleben möchtest, bekommst du im kommenden Spätherbst dazu die Gelegenheit. Für Ende November und Anfang Dezember hat das Duo drei Konzerte in Deutschland angekündigt. Der Vorverkauf für die Shows in München, Berlin und Hamburg läuft bereits.
Tracklist
- The Hook
- No Driver
- Roses
- If You Change
- Wondering
- Angel Number
- Soft Cover
- Heaven is Waiting
- Actor
- Hourglass


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